Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 115

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
D. L., Berlin
Date
1909-02-01
Page
115 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2316602-2316779-2316782--18769-2341319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

#rie|ia]ieu. XHrütelfdjreiber, bcu der Nauw „Sternhell" zu eitlem Erguß über den unheilvollen Einfluß der jüdischere Frauen auf den Gang der Geschichte reizt, nicht zu wissen, daß feine Kronzeugin Delila keine jüdische Frau, sondern eine philisr äis ch e w ar, deren Tücken nicht das Judentum, sondern die Philister den Juden gegenüber sich bedienten. Das kann ein antisemitischer Philister, dem vor Ausfällen und banalen Hetzartikeln keine Zeit für die alte Bibel übrig bleibt, nicht mehr wissen." G. U., Berlin. Es entspricht völlig dem Gebrauch der Antisemitenpresse, daß sie jeden, der sich mißliebig macht, ohne weiteres zum Juden stempelt. Diesem Schicksal ist nun auch der Abenteurer nicht entgangen, der auf nordafrikanischem Boden an der Spitze einer Anzahl von Fremdenlegionären einer: mißglückten Desertionsversuch gemacht hat. Der Abenteurer, der bald als Leutnant de Pal, bald als Graf Rhoden sich unter den Fremdenlegionüren ausgespielt hatte, soll mit einem Gärtnergehilfen Felix Kadur identisch sein, der im Frühjahr 1908 in einem kleinen Ort bei Lijsa Zechprellereien verübt hat. Ob dieser Kadur mit dem Deserteur identisch ist, steht noch keineswegs fest, aber so viel ist inzwischen, festgestellt worden, daß der Zechpreller Felix Kadur nicht, rvie die Antisemitenpresse gefabelt hatte, „ein jüdischer" Gärtnergehilfe, sondern der uneheliche Sohn der Tochter, des früher in Fraustadt wohnhaft gewesenen Gendarmen Kadur ist und wahrscheinlich seine Kavaliermanieren seinem Baker verdankt, als der ein unverfälscht arischer Besitzer in der Nähe v o n F r a u st a d t gilt. f>. B., Berlin. Daß der Antisemitismus zur „feinen Bildung" gehört, ist eine Annahme, die hoffentlich nur von wenigen Berblendeten geteilt wird. Zu diesen scheint eine Familie zu gehören, die am 9. Januar in der „Täglichen Rundschau" folgendes veröffentlichte: 8—12jahr. kl. Mädchen find. z. 1. 4. 09 Pension in s. gebild. Fam. Gr.-Lichterfelde 0., 2 Min. entf. v. „Elisabethschule" in eleg. Billa m. Garten u. Turnpl. Preis pr. Monat 200 M. Jnd. ausgschl. Näh. Ausk. ert. H. Sanitätsrat Dr. Falkenstein, Gr.-Lichterfelde O., Bahnhofstraße 31.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.