Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- Rogasen
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 106 (sequence 2)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. zahlreich erschienenen Nichtjuden befanden sich die Herren Bürgermeister Linde, Oberpfarrer Wagler, Kreisschulinspettor Schulrat Streich, Seminardirektor Rzesnitzek, das vollzählige Lehrerinnenkollegium der höheren Mädchenschule und einzelne Vertreter des Kollegiums des Königlichen Gymnasiums. Herr Probst Gapezinski war amtlich verhindert, hat aber für den Zweck der Veranstaltung einen ansehnlichen Beitrag gespendet. (Wir erwähnen sonst gesellschaftliche Veranstaltungen nicht. Obiges aber scheint uns im Hinblick auf den Juristenball in Beuthen doch bemerkenswert. D. Red.) > Stxaf$huxg, 16 .Januar. In Sierck in Lothringen war kürzlich die Verwalterstelle für die einzige jetzt noch in Betrieb befindliche Apotheke zu vergeben. Ein israelitischer Apotheker aus Straßburg meldete sich auf Grund hervorragender Referenzen. Schon schien alles in bester Ordnung zu sein; da erfolgte wie ein Schlag aus heiterem Himmel die Absage an den Straßburger Apotheker. Das Begleitschreiben war zwar äußerst höflich gehalten, wies aber mit brutaler Offenheit darauf hin, daß die Konfession des Apothekers alle übriger: vorzüglichen Qualifikationen für den Posten aufwiege. Die Bevölkerung würde Anstoß daran nehmen, wenn ein Jude in der Apotheke angestellt würde! Der Absender des Schreibens scheint vor: der Intelligenz der Bevölkerung seines Ortes eine sehr geringe Meinung zu haben. (—) Dresden, 20. Januar. Der kürzlich hier verstorbene K o m merzienrat K o n s u l M a x A r n h old hat zahlreiche Vermächtnisse an Vereine und Privatpersonen gemacht. IX. a. erhielten die Beamten und Beamtinnen des Bankhauses Gebr. Arnhold Legate von insgesamt über 120 00 - Mark, sowie der Gebr. Arnholdsche Pensionsverein eine Stiftung von 100 000 Mark. Besondere Erwähnung verdient Moch eine Stiftung von 100 000 Mark an die hiesige israelitische Gemeinde, die unter dem Namen „Sociale S ti f tu n g" verwaltet werden soll, von drei vom Gemeinderat derselben zu wählenden Personen, sowie einem evangelischen und einem katholischen Geistlichen. Die beiden find vom Stadtrat zu Dresden zu bestimmen. Das Kapital der Stiftung soll in zwei gleiche Teile geteilt werden, und zwar sollen die Zinsen der einen Hälfte alljährlich Woh l tätigkeitsverein eu, jedoch ausschließlich nur solchen zugute kommen,