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Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 66

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
Die Jahrhundertfeier des großh. Oberrats der Israeliten Badens
Date
1909-02-01
Page
66 (sequence 2)
Language
German
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6b Im deutschen Reich. Herzog Friedrich I. mit seinen Ministern und Raten August Lamey, Gottfried Frhr. von Dusch und Wilhelm Noch ferner der Heimgegangenen Glaubensgenossen, die von den Landesfürften zur Leitung der Landessynode berufen sind, besonders des Oberlandesrabbiners Ascher Loew und des Oberrats Naphtali Epstein, rühmend gedacht wird. Außerdem sollen an den Rabbinatssitzen entsprechende Predigten gehalten werden. Am 13. Januar wird seine Kgl. Hoheit der Großherzog eine Abordnung des Oberrats und des Shnodal-Ausschusses empfangen/' — Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dem sich vor einiger Zeit die „Vereinigung Badischer Israeliten" als „Landesausschuß für Baden" angegliedert hat, nimmt an dieser Feier des Oberrates der Israeliten Badens den innigsten Anteil. Der Gedanke der Gleichberechtigung der Juden hat eigentlich in Baden zuerst Wurzel geschlagen: nicht ohne Grund hat Gabriel- Rießer sich zuerst an dortige Volksvertretungen gewandt und für den Appell an die Gerechtigkeit des deutschen Volkes einen Widerhall gefunden. Von der Dankbarkeit der Israeliten Badens zeugt das noch heute in der Familie Rießers erhaltene Brustbild dieses „Rechtsanwalts aller deutschen Juden", das die badischen Israeliten von Professor Oppenheim in Frankfurt a. Main malen ließen und ihm widmeten. Aber lange vor Rießer hatte vor nun hundert Jahren ein erleuchteter und wohlberatener Landesherr durch die Einrichtung des Oberrats den Grundstein gelegt, auf dem der Bau der Gleichberechtigung fest und sicher aufgeführt werden konnte. Seiner und seiner treuen und vorurteilsfreien Ratgeber werden die Israeliten Badens stets mit dankbarer Verehrung gedenken. Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens aber, der in Rießers Fußtapfen wandelt und sein Werk zu krönen strebt, sieht in den badischen Israeliten, die durch ihre öffentlich-rechtliche israelitische Organisation besser gestellt sind als viele ihrer Glaubensgenossen in anderen deutschen Landesteilen, treue Mitarbeiter für die vollständige Erlangung verbriefter Rechte, die uns nicht überall rückhaltlos gewährt werden, Mtarbeiter, deren Beistand um so höher zu veranschlagen ist, als er weniger im Drange eigener Not als aus edlem Mitgefühl mit dem Los minder günstig gestellter Glaubensbrüder gewährt wird! Dem Ober-

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