Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Neue israelitische Jugendbücherei "Saron" [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 59 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. 5° jedem einzelnen Bändchen Reim und Prosa in gleichem Maße zur Geltung kommen zu lassen; das Erzählende, dünkt uns, findet in jugendlichen Gemütern mehr Anklang als das Schildernde und das Belehrende. Gleichwohl verdienen die vorliegenden Bändchen alle Empfehlung, zumal auch für geschmackvolle Ausstattung Sorge getragen ist. Gustav Cohn, Berlin. <Einleitung in 6en TcrLnrnö. Von Prof. D. Dr. § ermann L. Strack. Vierte neubearbeitete Auflage. Verlag der I. C. Hinrichs'schen Buchhandlung. Leipzig, 1908. Wenn auch diese Arbeit vorwiegend dazu bestimmt sein dürfte, christliche Gelehrte objektiv und wissenschaftlich über das Ganze des Talmuds zu belehren und ihnen das Studium dieses durch seine Entstehung, seinen Umfang und die ihm zuerkannte Autorität gleich bemerkenswerte jüdische Literaturerzeugnis zu erleichtern, so ist doch auch unsern Glaubensgenossen die Erwerbung und Verbreitung der wertvollen Strackschen Arbeit sehr zu empfehlen, da sie in hohem Grade geeignet scheint, die fortgesetzte aufreizende Behauptung der Antisemiten zu widerlegen, daß der Talmud eines oder das hauptsächlichste der angeblichen „j ü d i s ch e n Geheimbüche r" darstelle, die den Christen nicht zugänglich seien, bezw. unverständlich.bleiben sollen. Prof. Dr. @iracf selbst sagt in der Vorrede zu der jetzigen vierten Auflage seiner „Einleitung in den Talmud": „Der Talmud (ich wiederhole, was ich seit vielen Jahren mehrfach feierlich erklärt habe) enthält keine Nachricht oder A e u ß e r u n g, welche selbstverständlich, w e n n s i e wirklich dar i n st eht, ders p r a ch - u n d sachkundige ch r i st liche Gelehrte zu f i n b e n n icht v e r m ächte. .Was speziell die Zensurlücken betrifft, so sind in Deutschland schwerlich zehn Rabbiner, welche alle vier genannten, in meiner Bibliothek befindlichen Schriften besitzen. Ileberha-Pt gibt es innerhalb des gesamten Judentums weder eine Schrift, noch eine mündliche Tradition, welche kundigen Christen unzugänglich wäre. D i e I u d e n sind nicht b e m ü h t, vor den C h r i st e n etwas zur v e r b e r g e n, und s i e k ö n n e n auch nicht etwas vor ihnen verbergen. Der Talmud, der Schulchan Aruch und andere jüdische Schriftwerke sind Geheimbücher nur für diejenigen — Juden nicht minder