Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- O. St., Kattowitz
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 57 (sequence 2)
- Language
- German
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Brieftastew 57 hindern wird, sich demnächst wieder einmal für die „Iuden- Mission" zu begeistern? L M., Stettin. Wir haben erfahren, daß einige Wochen hindurch bei dein Beginn der Badefaison in Borkum die ministerielle Aeußerung tatsächlich die erfreuliche Folge hatte, daß das Borkum-Lied nirgends gesungen wurde. Später jedoch soll in allen möglichen Lokalen das Absingen des Liedes verlangt und dieses ohne behördlichen Einspruch tatsächlich wieder gesungen worden sein. Bekanntlich hat der Minister v. Moltke am 31. März d. I. im preußischen Herrenhause erklärt: „Ich nehme, keinen Anstand, das ganze Verfahren als grobe U n g e h ö r i g ke i t zu bezeichnen, zu der nicht einmal Mut gehört, und habe die mir unterstellten Behörden angewiesen, mit allen möglichen Mitteln gegendiese U n g e h ö ri g k e i t e i n z u s chr ei t e u." — Sind die dem Minister unterstellten Behörden nicht eingeschritten, so wäre dies ein Beweis dafür, daß der Antisemitismus die straffe Disziplin einzelner Unterbehörden gelockert und die Autorität der Minister geschädigt hat. Videant consules. ne quid detrimenti capiat res publica! Br. §eiVzr§. Daß die Aufnahme eines unserer Bereinsmitglieder, das sich bei einer Sektion des D e n t s ch e n und österreichischen Alchen Vereins gemeldet hatte,^ lediglich aus antisemitischen Gründen abgelehnt wurde, ist. sehr bedauerlich. Der Fall steht aber nicht vereinzelt da. In der Satzung der Sektion Mark Brandenburg des Alpendereins ist ausdrücklich gesagt, daß nur „christliche Männer Mitglieder der Sektion werden können." Andere Sektionen kennen: solchen Ausschluß-Paragraphen nicht. Da die Organisation des Alpenvereins eine völlig lose und jede Sektion bemüht isll ihre Selbständigkeit mit allen Mitteln Zu wahren, wäre eine Beschwerde bei der Zentrale, die auf die Satzungen der einzelnen Sektionen keinen Einfluß hat, völlig zwecklos. Karlsruhe* Das in der „Zahnärztlichen Wochenschrift" enthaltene Inserat des Hofzahnarztes Scholtz in Karlsruhe, Douglasstraße 5, der „auf Februar einen approln Zahnarzt (C h r i st von A b st a m m u u g) als A s s i st e n - t e u" sucht, hat uns sehr gefallen. Es gibt kein wirksameres Mittel, der „Taufe ohne Ueberzeugung" Einhalt zu tun, als den „Rassenantisemitismus". Wenn der Uebertritt nicht mehr staat-