Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. 55

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
C. G., Berlin
Date
1909-01-01
Page
55 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316779-2316781--18653-2341175
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Briefkasten. die Leitung des Central-Vereins vorgegangen wird. Herr Landgerichtsrat Peltasohn ist nicht, wie behauptet wird, Mitglied des Vorstandes des Central-Vereins, hat vielmehr nur auf dringendes Bitten einer Versammlung der Ortsgruppe Berlin-Wilmersdorf in dankenswerter Weise die Leitung dieser Ortsgruppe übernommen. Es ist nicht richtig, daß er seine Kinder hat tausen lassen.. Es ist vielmehr ein erwachsener Sohn des Herrn Landgerichtsrats Peltasohn zum Christentum übergetreten. Diese Tatsache kann nimmermehr dahin verwertet werden, daß Herr Landgerichtsrat Peltasohn sich in Widerspruch mit denjenigen Grundsätzen gesetzt hat, die der Central-Berein vertritt. <£. G., Berlin. Der von Ihnen erwähnte Artikel, den die „Deutsche Hochwacht" am 28. November unter der Ueberschrift: „Ein jüdischer Lüstlin g" veröffentlicht hat, veranlagte uns seinerzeit zu einer Anfrage in Wien. Wir erhielten darauf den Bescheid: „Sowohl die Inhaber der Firma Alex F r t e b nt a n n, Wien II, Am Tabor 6, als auch Herr Emil Friedman n sind längst keine I u d e n m e h r." Wieweit, die Mitteilung zutreffend ist, daß die Wiener Herren wegen dieser Angelegenheit, bei der es sich um eine Erpressung handeln soll, Strafanzeige erstattet haben, ist für uns deshalb ohne Interesse, da der angeblich „jüdische Lüstling" kein Jude, sondern christlichen Bekenntnisses ist .und wir uns hüten, über das Sakrament der Taufe so geringschätzig zu urteilen wie die Antisemitenpresse. A. D., Verlm. Der Direktor des Frankfurter Instituts für experimentelle Therapie, Prof. Paul Ehrlich, der in diesem Jahre durch den Nobelpreis ausgezeichnet wurde, hat s. Z. in Berlin keine ordentliche Professur erhalten können, weil er Jude ist. Gewisse Fakultäten sind über den Rassenantisemitismus erhaben, aber über das konfessionelle Vorimteil kommen sie nicht hinweg. Sie denken anscheinend: „Mag das Ausland jüdische Intelligenzen ehren, „konfessionelle" Gelehrte können diese entbehren!" 25. Bneslarr. Wir ergänzen den Ihnen in unserrn Novemberheft, Seite 653, erteilten Bescheid Durch die Mitteilung, daß uns von einem dortigen Vereinsmitglied über die Gründe, die Herrn Seiffert zu seinem Inserat veranlaßt .haben, Aufklärungen erteilt korben sind, wonach Herrn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.