Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 691 (sequence 2)
- Language
- German
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Umschau. 691 älteren Spuren eines frischeren Luftzuges in der inneren Politik erzeugt haben. Im Munde eines Stöcker oder seiner Eideshelfer, die nur dem „Vater des Antisemitismus" uachberen. macht die Phrase von dem „Nebel, der sich aus die Herzen der Deutschen" setzt gesenkt haben soll, gewiß einen ebenso kläglichen Eindruck wie die Redensart „dem m o n a r ch t - s ch e n G e f ü h i haben diese Tage nur zuviel Abbruch getan: das deutsche Reich hat unendlich viel verloren." Das wagen die zu sagen, die Mitglieder des König!. Hauses zur Teilnahme an einer Walderfee-Versammlung und zu Festlichkeiten des antisemitischen Vereins deutscher Studenten veranlaßten, die Deutschland zum Herd des Antisemitismus zu machen strebten, durch die Nebel des Rassen- 'und Religionshasses zahllose Gemüter verwirrten ltnb diese blind für die „Schmach des Jahrhunderts" machten, die das deutsche Reich unendlich mehr geschädigt haben als jene kaiserlichen Aeußerungen. Wie bas msncrrchische Bewußtsein 6er Antisemiten beschaffen ist, bewies die drohende Aeußerung der „Deutsch- Sozialen Blätter i „Der monarchische Gedanke hat einen furchtbaren Stoß erhalten, darüber wolle man sich nicht täuschen. Es wird eines Menschenalters bedürfen, nun die entstandenen Schäden auszubessern: das detltsche Volk ist bis tief in die oberen Kreise I)tneut furchtbar enttäuscht. Schon ist uns der letzte Freund auch nicht mehr ganz sicher, und daun stehen wir allein gegen einen Weltbund. Und auf Befehl des Kai s ers uutz l os f ü rs Vat e xlan d zu fallen, ist bitter. Es kann nicht an der vornehmen Natur unseres Kaisers liegen, daß er au den Juden in seiner Umgebung Gefallen findet. Sollte er in den unterwürfigen Schmeichlerin dieser Rasse die wahren Vertreter monarchischer Gesinnung erblicken? Es wäre ein Verhängnis, wenn diese undeutscheu Kreise den Kaiser immer weiter mit dem Volke entfremden." Dazu bemerkt die „Freisinnige Zeitung: „Darauf hatten wir schon lange gewartet! Also auch au dieser Affäre sind die bösen Juden schuld. Es sollte zw a r d e n „D e u t s ch -sozia l ch Blätter n" f ch w e r s e i n , n a ch z u w eisen, d a ß a n d e r e a l s w a s ch - echte Arier sich mit der V e r ö f f e n t l i ch u n g d e s