Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 11 (November 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-11-01
- Page
- 636 (sequence 2)
- Language
- German
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636 Im deutschen Reich. Vereinen (Fall I)n Moses-Mannheim), in „vornehmen" Parteien (Aufforderung der „Konservativen Korrespondenz" zur „Kontingentierung" der jüdischen Akademiker) und in preußischen Ministerien (Fall Schücking II, Maßregelung Brandaus!) hervortrete, eine Abwehr dringend nötig erscheinen lasse. Der Kampf um die Gleichberechtigung müsse unbedingt durchgefiihrt werden. Die Ausführungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall belohnt, sodann der bisherigen Vereinsleitung mit der Wiederwahl durch Zuruf das allgemeine Vertrauen bekundet. Hierauf sprach der bayerische Landtagsabgeordnete Professor G ü n t h e r in fesselnder Weise über Vaterlandsliebe u n b B o d e n st a n d i g k e i t der Juden; er betonte, daß man den Juden keinen Vorwurf machen könne, daß sie nur selten den Acker bearbeiteten, nachdem man ihnen Jahrhunderte hindurch jeden Grundbesitz verboten habe, dann verwies er auch auf die Unsinnigkeit der modernen Rassetheorien. Hieraus sprach Oberst G ä b f e über die Z u r ü ck s e tz u n g d e r I it b e u i m Heere, die nur ein Ausfluß des junkerlichen Geistes und um so widersinniger sei, als der 'getaufte, aber nicht der ungetanste Jude Offizier wird.; « — Das deutsche Bureau der ..Alliance israelite universelle" teilt uns mit, daß ihm aus K o n st a n t i n o p e l folgendes berichtet wird: „Der Generaldirektor der Anatolischen Eisenbahn, Huguenin, bat an die Hauptämter des gesamten Eisenbahnnetzes vor den jüngsten indischen Feiertagen die Verfügung erlassen, die Diensteinteilung so vorzubereiten, daß die jüdischen Beamten der Gesellschaft wahrend ihrer hohen Festtage dienstfrei bleiben. - Bei allen in der Türkei in Betrieb befindlichen Eisenbahnen sind Juden in großer Zahl in allen Dienstgraden beamtet. Vorzugsweise sind es eingewanderte russische Juden, die sich dem Eisenbahndienst widmen und das besondere Vertrauen der Direktionen genießen. Das gilt namentlich von den jüdischen Zug- und Lokomotivsührern, Heizern und Schaffnern, weil diese sich durch Nüchternheit auszeichnen und damit die Betriebssicherheit des Ei s e u b a h n d i e n st e s erhöh en. W