Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 11 (November 1908)
- Article
- Berlin
- Date
- 1908-11-01
- Page
- 635 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316777--18369-2340868- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 635 Korrespondenzen. A Berlin, 2h. Oktober. Aus Anlaß irriger Angaben über seine disziplinarische Maßregelung veröffentlicht Prof. Dr. Walte r Schücking in Marburg, der Bruder des Husumer Bürgermeisters, im „Berliner Tageblatt" einen Artikel „In eigener Sache", in dem er gewisse Erfahrungen in seiner Lehrtätigkeit mitteilt. Er erzählt, er habe für einen jüdischen R e ch t s k a n d i d a t e n , dem von fünf Oberlandesgerichtspräsidenten „o h n e triftigen Grün d" die Anstellung versagt wurde, eine vori Erfolg begleitete Eingabe an den Justizminister gerichtet, und die Anstellung erreicht. Dafür wurde Schücking, als er in einer ganz andern Angelegenheit bei dem Universitätsreferenten Geh. Oberregierungsrat Dr. E l st e r im Ministerium vorsprach, mit Vorwürfe n überhäuft, wie er es wagen könne, sich an den Justizminister zu wenden. Und Herr Elster, der augenscheinlich kein Verständnis dafür hat, daß ein Lehrer sich verpflichtet fühlen kann, sich seines Schülers anzunehmen, sagte dabei wörtlich: „W a s geht Sie überhaupt dieser Rechtskandidat an, mischen Sie sich nicht in Angelegenheiten, die Sie nichts angehen! Die Sache schwebt noch, und Sie werden dafür n o ch e ine dis z i p l i n a rische B e st r a - fang erhalten." Das ist nun wieder ein Fall, der in bedauerlichster Weise an die Vorkommnisse in Frankfurt a. M. erinnert, wo seinerzeit der Oberlandesgerichtspräsident Hagen-? jüdischen Kandidaten die Meldung zum Referendar dadurch verleidete, daß er die Annahme von der schriftlichen Erklärung abhängig machte, auf spätere 'Austeilung als Richter verzichten zu wollen. * Taale de? Architettenhause? hielt am 1.7. Oktober der „V e r e i n z u r A bweh r d e s A n t i s e m i t i s nt u s" -eine diesjährige Generalversammlung ab. In der Eröff uungsansprache hob der Vorsitzende, Dr. Th. Barth, hervor, daß der A n t i s e m i t i s m u s' i n G l a e e. h a n dschnhe u —■ jener Antisemitismus, rvie er \n wissenschaftlichen