Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- Nürnberg
- Date
- 1908-10-01
- Page
- 585 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316776--18274-2340703- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 585 sinddie Rabbiner Dr. Werner (München) und Dr. Freudenthal i Nürnberg), die Justizrüte Bauer (Augsburg) und Stern (Würzburg), sowie Emil Wassermann (Bamberg) gewählt worden. x Stuttgart, 1. September. Der politische Antisemitismus, der bisher als selbständige Organisation in Württemberg unbekannt war, ist nun auch hier in Stuttgart dadurch au die Oeffentlichkeit gelangt, daß eine Ortsgruppe der deutsch-sozialen Partei, von deren Vorhandensein nur sehr wenige wußten, sich als Vortragenden in einer Versammlung den Reichstagsabgeordneten Lieb er mann von Sonnenberg verschrieben hatte. Anscheinend will die Gruppe zunächst nur einen ganz latenten Antisemitismus pflegen, denn weder Liebermauu von Sonneuberg noch ein zweiter Redner verloren über den Antisemitismus ein Wort. An Stelle des antisemitischen Instinkts war das Nationalgefühl die Saite, auf der gespielt wurde, und das war für einen Teil der zahlreicher Besucher sichtlich eine Enttäuschung. Liebermann versicherte ernsthaft, daß die Versammlung als Vorbereitung für die Reichstagswahlen veranstaltet wurde. Aus der Anwesenheit mehrerer konservativer Abgeordneten ließ sich aber schließen, daß es sich bei dieser Veranstaltung in Wirklichkeit gar nicht um eine Bereicherung unseres politischen Lebens, sondern nur um eine Auffrischung für die ihrer völligen Ausschaltung entgegengehende konservative Partei Stuttgarts handelte.?? Wien, 8. Sept. Die „Wiener Allg. ZtgD verweist auf eine lächerliche B e r i ch t i g n n g , zn der sich das „Deutsche Volksbtatt" des Antisemiten Bergani nach einer widersinnigen Hetzerei gegen die Juden notgedrungen verstehen mußte. In dem „VolksblatO war nämlich zu Xefeu, jüdische Geschäfte hätten nach der Einführung der Krouenwührung auf den „Taferln" der Preise nur die Bezeichnung Gulden in Kronen umgeändert, und den Preis, der früher z. B. für ein Paar- Schuhe galt, nur für jedes Stück, also für einen Stiefel gelten lassen. Dadurch sei der vorübergehende Christ getäuscht worden, weil der Preis um die Hälfte billiger schien, als der beim christlichen Schuster verzeichnete, wo die Kronenwährung für zwei Stiesel, also für ein Paar eingeführt war. Insbesondere sollte der jüdische Schuhmacher Hlawat-