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Im deutschen Reich · 1908-10-01 · Heft 10 (Oktober 1908) · p. 583

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 10 (Oktober 1908)
Article
Kassel
Date
1908-10-01
Page
583 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 583 sich a b lehn e n zu müssen. Der Vorsitzende belehrte ihn, daß eine solche Ablehnung gesetzlich unzulässig sei. Da Simons daraufhin erklärte, sich auf keine weitere Verhandlung einzulassen, erkannte das Gericht auf ein B e r s ä u nt n i s tl x t e i l gegen ihn. Nach dieser Freundlichkeit des antisemitischen Hauptmanns mit dem „nrarischen" Namen „S i m o n s'' sollten d i e I it d e n c s s t ch ü b erlegen, o b sie s e r u e r u o ch „S i m o n s b r 0 t" e s s cn 0 d e r in i h r e n G e s ch äste n s i"l h r e n s offen! * Hannover, 7. "September. Es gibt viele Glaubensgenossen in Deutschland, die ihre jungen Söhne gern der Landwirtschaft zuführen möchten,- sie wagen diesen Schrirt aber nicht, weil sie keine geeignete Lehrstelle auszumitteln vermögen; sind doch die antisemitischen Vorurteile in der agrarischen Bevölkerung besonders stark. Die Alexander und F a n ny S im 0 n s ch e Stift un a in H a nn 0 v er kennt eine Anzahl l a n d w i r t s ch a f t l i ch e r Betriebe, insbesondere in Süddeutschland, wo jüdische junge Leute gut untergebracht werden und Tüchtiges lernen können. Handeles sich um junge Leute, die zur Landwirtschart besonders befähigt sind, so ist die Stiftung auch in der Lage, einen Zuschuß gur Ausbildung beitragen zu können. Von dein Ankauf eines eigenen Lehr gutes hat die Stiftung zunächst abgesehen, einmal, weil landwirtschaftliche individuelle Berufserziehung immer besser ist als Anstaltserziehung — anders wie bei der Gärtnerei — und dann weil es nur für solche, die später in der Lage sind, sich ein eigenes großes Gut zuzulegen oder zu pachten, Zweck hat, in einem landwirtschaftlichen Großbetriebe ausgebildet m werden. Ein kleinerer gutgeleiteter Betrieb verdient in jedem Falle den Vorzug, weil in einem solchen der junge Mann besser alle Arbeiten kennen lernt und leichter dazu kommt, mit eigener Verantwortung in jedeut Augenblick selbständig zu handeln. Ist erst ein tüchtiger Stamm junger ausgebildeter Landwirte vorhanden, so ist die Stiftung leicht in der Lage, allen, die dazu geeignet sind, zur Selbständigmachung unter aussichtsreichen Verhältnissen zu verhelfen. — B ewer b n ngen von solchen jungen Leuten, die sich nur darum zur Landwirtschaft melden, weil sie für einen anderen. Beruf nichts taugen, sind zwecklos. Da die Stiftung sich bis zu einem

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