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Im deutschen Reich · 1908-10-01 · Heft 10 (Oktober 1908) · p. 578

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 10 (Oktober 1908)
Article
Berlin
Date
1908-10-01
Page
578 (sequence 2)
Language
German
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578 Fm deutschen Reich. Trotz der Vermehrung der Stellen - der Studierenden sind seit Jahrzehnten viele Stellen in der Armee bei den Hilfsärzten unbesetzt, zeitweise über 50<Vo. Der Zuzug aus den Zivilstudierenden zur militärärztlichen Laufbahn ist gering, trotz der seinerzeit gewährten Studiengelder. Es ist also Tatsache, daß bei dem Zivil eine Uebersüllung, bei der Armee ein Mangel an jungen Ae r z t e n ist." — Wie in der politischen Presse vor kurzem mitgeteilt und — offiziell wenigstens — unwidersprochen geblieben ist, hat der Kaiser an die Korpskommando stellen e i n e n Erlaß gerichtet, wonach bei der Wahl zum Offizier keine Rücksicht auf die Konfession der Aspiranten genommen werden s o l l. Wenn in Verfolg dieses Erlasses auch jüdische Aerzte nicht nur, wie bisher zu dem Sanitätsoffizierkorps der Reserve, sondern auch zum Eintritt in das aktive Sanitätskorps zugelassen würden, so wäre dem Mangel an Militärärzten wahrscheinlich sehr schnell abgeholfen. Daß es auch selbst bei strengsten Anforderungen an „autoritative Qualifikation" unter den jüdischen Kollegen geeignete Aspiranten für den aktiven Dienst gibt, wird wohl niemand bezweifeln. Und ebensowenig dürfte daran zu zweifeln sein, daß mancher jüdische Kollege die Gelegenheit, in das aktive Sanitätskorps einzutreten, gern ergreifen würde. Einstweilen besteht bekanntlich ein — man kann wohl trotz der bekannten geringen Ausnahmen aus früherer Zeit sagen — prinzipieller Ausschluß der jüdischen Aerzte aus der aktiven Armee." — Von dem Mangel an Militärärzten wird es schließlich heißen: ..Volentem ducunt nolentem trahunt", oder nach Schillers Worten: „Tut es beizeiten, denn ihr müßt es doch!" — In einem Feuilletonartikel der „Voss. Ztg." tritt Paul Grzybowski für die Verbreitung der „Kinderschutz- Vereine" ein, die sich nach seiner Schilderung ganz besonders in Rewyork bewährt haben. Er sagt dabei: „Newyork war aber auch die Stadt, die weit mehr als irgendein anderer Ort der Welt für dieses große Werk prädestiniert war. Ein Gang durch den überfüllten Osten der unteren Stadt genügt, um das zu begreifen, dort, wo sich die Italiener und die Juden hauptsächlich zusammendrängen und durch die beständig wachsende Zuwanderung aus Italien, Rußland und Rumänien

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