Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 529 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316775-2340456--18161-2340557- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen» B29 Babenberg, Höchst i. O. und Reichelsheim beschuldigt, in einer Gerichtsverhandlung in Sachen des Pferdehändlers Meyer- Reichelsheim i. O. ein unrichtiges Gutachten abgegeben zu haben. Die Tierärzte stellten Strafantrag wegen Beleidigung gegen den Redakteur Thomas Reuther- Gießen. Vor der Verhandlung hatte der klägerische Anwalt Reuther aufgeforderch den Verfasser des Artikels zu nennen: dann werde die Klage gegen ihn zurückgezogen. Reuther tat dies nicht. Da die Zeugenaussagen nichts Belastendes gegen die Tierärzte ergaben, verhängte das Gericht über den Redakteur Reuther eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. /X OfferMach cr. M., 2. Aug. Die hiesigen Verwaltungsbehörden haben Schritte unternommen, um den sich dauernd mehrenden Zuzug ausländischer Juden zu unterbinden. Offenbach ist erfreulicherweise bis jetzt die einzige deutsche Stadtgemeinde, die sich den fremden Juden gegenüber so ungastlich verhält.? Dresden, 3. August. Der Oberlehrer an der Dresdener höheren Töchterschule, Dr. theol. Augu st Wünsche, hat am 22. v. Mts. hier seinen 70. Geburtstag gefeiert. Dem in den weitesten Kreisen rühmlichst bekannten Gelehrten widmete bei dieser Gelegenheit die „Jüdische Presse" den wohlverdienten Zoll dankbarer Anerkennung. In diesem Artikel, dessen Ausführungen die Redaktion dieser Zeitschrift sich in vollem Maße anschließt, wird gesagt: „Hat Dr. Wünsche unter den zeitgenössischen Nichtjuden in der Vertrautheit mit der talmudisch-midraschischen Literatur und ihrer Schätzung nur wenige Ebenbürtige, so wird er in der Bereicherung derselben von kaum einem einzigen erreicht. Aber der vortreffliche Mann hat sich nicht nur als Mehrer unserer Wissenschaft in seltenem Maße bewährt; eristauchih r A n w a l t gegen Verkennung und Verlästerung geworden und geblieben. Zunächst mittelbar, indem er den des Hebräisch-Aramäischen Unkundigen die Schönheit und den sittlichen Lehrgehalt des Talmuds und Midrasch erschloß, aber auch unmittelbar. Wiederholt ist er in Zuschriften an Tageszeitungen mit furchtloser Entschiedenheit verkappten und unverhüllten antisemitischen Angriffen entgegengetreten; in dieser Hinsicht muß jenes großartige Gutachten gerühmt werden, das er, gemeinsam mit Prof. Noldecke, in dem Meineid-Prozeß