Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Hirschberg i. Schl.
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 527 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 527 Stadtrats hob der Erste Bürgermeister die Verdienste des Vaters um unsere Stadt mit warmen Worten hervor. Herr Stadtältester Weißstein hat sich auch um die hiesige jüdische Gemeinde, für die er 16 Jahre als Repräsentant und 16 Jahre als Vorsteher tätig war, große Verdienste erworben. * M^slorvrtz, 12. August. Der „Myslowitzer Anzeiger" berichtete am 2. August, daß ein ans Russisch-Polen desertierter Soldat j ü d i s ch e n Gl a u b e n s von dem in Myslowitz stationierten Gendarmeriewachtmeister Howanietz verhaftet, und in der Absicht weiter geführt wurde, ihn der russischen Behörde auszuliefern, daß er aber daran durch die Polizeibehörde in Myslowitz verhindert wurde. Wie uns von zuverlässiger Seite berichtet worden ist, handelte es sich bei dem Vorgang tatsächlich um einen jüdischen Deserteur, der sich am Bahnhof in russischer Uniform gezeigt, dann in der Stadt sich Ziviltleider verschafft hatte, und von dem am 'Bahnhof stationierten Gendarm festgenommen wurde, um der russischen Behörde zugeführt zu werden. Ein hiesiger Beamter, der darauf aufmerksam wurde, machte der Polizeiverwaltung Mitteilung, worauf diese den erst kurze Zeit im Amt befindlichen Gendarmen belehrte, daß sein Verhalten den bestehenden Anordnungen nicht entspreche. Nach letzteren sei es einem Russen, der nach Lage der Sache einer Ausweisung aus preußischem Staatsgebiet unterliege, freizustetlen, ob er nach Rußland zurück oder nach Oesterreich abgeschoben werden wolle. Aus Befragen gab der Russe selbstverständlich den Wunsch kund, nach Oesterreich ausgewiesen zu werden, worauf er dorthin abgeschoben wurde. — Der „Myslowitzer Anzeiger" hat zu dem Vorfall wörtlich bemerkt: „Es liegt uns fern, die Tat des Deserteurs zu beschönigen, wenn sie auch nicht so zu beurteilen ist, als wenn ein preußischer Soldat fahnenflüchtig wird. Denn man weiß ja nur zu gut, in welcher Weise in Rußland die Soldatenschinderei betrieben wird, und es s i n d w a h r l ich nicht nur jüdische Soldaten, die ans R u ß l a n d desertieren. Aber das ist Nebensache. Wir fragen: Welche Ursache haben wir den Russen gegenüber, ihnen ihre Deserteure so ohne weiteres zuzusühren?" )( Frankfurt a. M., 2. August. Der „Franks. Ztg." wird geschrieben: „Die Mitteilungen des Vereins für