Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- G. B., Berlin
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 468 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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468 Im deutschen Reich. wir nachstehende Antwort: „Sehr geehrte Herren! Die betreffende Briefkasten-Antwort war selbstverständlich nur durch ein Versehen zum Abdruck gelangt. Hochachtungsvoll Redaktion der „Vossischen Zeitung", gez. H. Bachmann. Z. Königsberg. Die „D eutsche T a g e s z e i t u n g" bildet sich mehr und mehr zu einem Organ der wüstesten Antisemiten heran. Was sie über die angeblichen „21000 jüdischen Deserteure" „Th. Fritschs trefflichen H a m m e r" entlehnt, ist nur so weit richtig, als viele 'kräftige junge Juden sich aus Rußland geflüchtet haben, weil sie in den wenigen russischen Distrikten, in denen Juden wohnen dürfen, weder Arbeit noch Brot fanden, nicht aber, weil sie den Heeresdienst scheuten. Dagegen, daß die „Tageszeitung" bei der „Hammerei" Pharao zitiert, ist nichts einzuwenden, denn die russische Wirtschaft erinnert ungemein an diesen edlen Menschenfreund und die durch seine Schuld über sein unglückliches Land gekommenen zehn Plagen: „Finsternis, Staub, Ungeziefer, Heuschrecken usw." Dem Bibelzitat der „Tageszeitung" fehlen aber die Schlußworte „oder aus dem Lande gehen"'. Pharao fürchtete die Juden, wollte aber doch gern die nützlichen Leute im Lande behalten; er hatte jedoch das Pulver nicht erfunden und konnte sie deshalb bei dem. unbefugten Ueberschreiten der Grenze nicht durch seine Kosaken erschießen lassen. tz. H., Hamburg. Das Nordseebad W e n n i g st e d t auf Sylt ist als antisemitisch zu betrachten, da in dem aus Anlaß des 50 jährigen Bestehens dieses Bades herausgegebenen Prospektes für die Saison 1908 der Vorsitzende und ein Mitglied des aus sechs Personen bestehenden V e r k e h r s a u s s ch u s s e s , die Herren Chr. Matzen und Wilh. Möller, außerdem die Herren Hans Boysen, Berlin Blegg für ihre Logierhäuser ausdrücklich in größeren Anzeigen nur den „Verkehr von Gästen christlichen Glaubens" zulassen oder erklären: „Gäste mosaischer Konf e s s i o n werden nicht angeno m m e n". G. TV., Terxzig. Wir haben auch davon gehört, daß der Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Berband seine Satzungen ändern, namentlich die Beitrüge erhöhen und die Leistungen herabsetzen müsse. Bevor darüber nichts Zuverlässiges bekannt wird, gehen wir aber auf dieses Thema nicht ein.