Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- H. S., Berlin
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 467 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten: 467 Pflege des jüdischen Stammesbewußtseins. Endlich soll also das wahr gemacht werden, was w i r den jüdischen Handlungsgehilfen st e t s e m p s o h l e n haben, sie wollen einen eigenen „Jüdischen Handlungsgehilsen-Verband" gründen. Das ist die beste Lösung der Judensrage innerhalb unseres Standes, und damit wird vielleicht endlich das wüste Geschrei zur Ruhe kommen, das sich namentlich in jüngster Zeit wieder gegen unseren Verband erhob, weil er jüdische Handlungsgehilfen nicht als Mitglieder aufnimmt. In Zukunft wird m an die Schreier einfach aus den Jüdischen H a n d l u n g s g e h i l f e n - V e r ba n d verweisen dürfen, der neben der Standesarbeit auch die Pflege des jüdischen Stammesbewußtseins unter seinen Mitgliedern bezweckt. Unser Verband will dagegen deutsches Volksbewußtsein unter den deutschen Handlungsgehilfen pflegen. Beide Verbände sind demnach auf derselben Grundlage ausgebaut; sie verfolgen soziale Bestrebungen unter Berücksichtigung der nationalen Eigenart ihrer Mitglieder. Man sieht daran wieder, daß unsere Gedanken marschieren." — Tie ganze antisemitische Presse äußert sich in demselben Sinne — das gibt doch zu denken! Ihre Wege sollen aber nicht unsere Wege, ihre Gedanken nicht unsere Gedanken sein! Wo man uns willig im allgemeinen Interesse Mitarbeiten läßt, dürfen wir uns nicht scheu in den Schmollwinkel zurückziehen, sondern sollen wie stets neben der jüdischen Bekenntnistreue echteres „deutsches Volksbewußtsein" bekunden, als dies die „internationalen Antisemiten" vermögen! Refer. p*., Berlin. Wir teilen Ihre Anschauung und haben versucht, dem I s r. K u l t u s b e a m t e u, der im „Berliner Tagebl." „für jüdische Bankiers, Aerzte usw. Damen mit 50—200 Mille sucht", klar zu machen, wie unwürdig derartige Annoncen sind. G. B., Berlin. Die Notiz in der „Für Reise und Wanderung", Beilage zur „Voss. Ztg.", durch die der Erholungsort G r o ß - T a b a r z als „ruhig und semitische Gäste ausschließend dringend empfohlen" wurde, ist unserer Aufmerksamkeit keineswegs entgangen. Auf unsere deshalb an die Redaktion der „Voss. Ztg." gerichtete Anfrage erhielten