Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- Berlin
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 445 (sequence 1)
- Language
- German
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445 Korrespondenzen. — Berlin, 25. Juni. Vor vier Jahren ist von der Großloge des Bnai-Briß-Ordens auf Anordnung des Fürstlich Pleßschen Archivars Or. Zivier die Begründung eines Ges a m t a r ch i v s der deutschen Juden beschlossen und in Gemeinschaft mit dem „Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde" ins Werk gesetzt worden. Dieses Gesamtarchiv soll dazu dienen, die zur laufenden Geschäftsführung nicht mehr nötigen Urkunden und Akten aller jüdischen Gemeinden, Vereinen und Stiftungen in sich zu vereinigen, diese Schriftstücke zu erhalten und durch archivalische Bearbeitung für wissenschaftliche Zwecke und Verwaltungsangelegenheiten nutzbar zu machen. Der Nutzen dieser Einrichtung wird tatsächlich ein vielseitiger sein und sich keineswegs darauf beschränken, sichere Unterlagen für die Geschichte der Juden in Deutschland zu schaffen; das Gesamtarchiv wird insbesondere für viele Fragen der Gemeindeverwaltung auf Präzedenzfälle aufmerksam machen und der einzelnen Gemeinde aus den Akten anderer Gemeinden Richtlinien für die Praxis liefern. Das jetzt vorliegende erste Heft der von dem Leiter des Gesamtarchivs herausgegebenen „M i t t e i l u n g e n des G e s a m t a r ch i v s der deutschen Juden" enthält in der Hauptsache Jnventarveröffentlichungen, die zwar noch keinen abschließenden Charakter tragen, aber doch immerhin zeigen, daß selbst in den älteren Akten kleinerer Gemeinden oft ein reiches Material vorhanden ist, das nicht ungenützt im Staube ruhen und in Fäulnis und Moder aufgehen, sondern durch Sichtung und sinnvolle Bearbeitung auch der Neuzeit Nutzen bringen kann und soll. Es ist eine Pflicht der Gemeindeverwaltungen, auf die Wichtigkeit der neugeschaffenen Sammelstelle für ihre älteren Akten aufmerksam zu machen. Noch sind von diesen Einrichtungen erst Anfänge sichtbar, aber sie genügen als Beweis dafür, daß es hier gilt, lange Versäumtes nachzuholen und mindestens das, was erhalten zu werden verdient, vor der Vernichtung zu bewahren. -- In der Nr. 2 des „Korrespondenz-Blattes des Verbandes der deutschen Juden" wird u. a. mitgeteilt, daß in den Darstellungen der Korrespondenten mehrfach betont