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Im deutschen Reich · 1908-06-01 · Heft 6 (Juni 1908) · p. 374

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 6 (Juni 1908)
Article
L. N., Magdeburg
Date
1908-06-01
Page
374 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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374 Im deutschen Reich. £. U., Magdeburg. Das Sanatorium „K u r h a u s Schlachtensee" war von dem Direktorium mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die Eigenart empfohlen worden, daß seine Küche „unter ständiger rabbinischer Aufsicht" streng rituell geführt werde. Außerdem betonte die Empfehlungsschrift, daß f ür r e l i g i ö s e m p si n d e n d e jüdische Patienten vor allem der Zwang, nicht rituell zubereitete Speisen zu genießen, zu jenen steten Störungsursachen gehöre, die das Gleichgewicht des Empfindens stetig ins Wanken bringen könne. Tie Polemik, zu der die Unterschriften dieses Prospekts den Anlaß gaben, sind aber insofern nahezu gegenstandlos geworden, als inzwischen die Direktion in den „Berliner An-- zeigen" eine Erklärung veröffentlicht hat, in der gesagt wird: „Es war unser Wunsch, den bekannten und geschätzten Nervenarzt, Herrn vr. S. P., als Consiliarius unserer Anstalt zu gewinnen. Der Gang der bez. Vorverhandlungen ließ einen sichern Abschluß vermuten. Unter dieser Voraussetzung setzten wir den Namen des Herrn Dr. P. unter den den Herren Aerzten zugesandten Prospekt, ohne ihn davon zu benachrichtigen. Im letzten Augenblick sind die Verhandlungen gescheitert, so daß das erwünschte Verhältnis zwischen unserer Anstalt und Herrn Dr. P. zu unserm Bedauern nicht zustande gekommen ist." S., Frankfurt a. M. Die am 8. März d. I. in der „Frankfurter Ztg." veröffentlichte Anzeige des Herrn Wilhelm Hartenfels, dort, Bornwiesenweg 25, in der dieser Herr für ein industrielles Unternehmen einen Teilnehmer mit größerer Einlage suchte, hat wegen der beigefügten Bemerkung: „Freidenker bevorzugt, Semiten ausgeschlossen", bei denen, die diesen sonderbaren „Freidenker" nicht kennen, Staunen oder auch Aergernis erregt. In ähnlicher Form wird ein Inserat dieses Herrn nicht wieder in der „Frankfurter Ztg." Aufnahme finden. Die Expedition benachrichtigte uns, daß sie Herrn Hartenfels ersucht habe, „statt der negativen eine mildernde Ausdrucksweise zu wählen". Für die „milde Ausdrucksweise" der Expedition ist selbstverständlich die Redaktion der „Franks. Ztg." nicht verantwortlich. B. M., Gretzen. Ueber diese Angelegenheit äußert sich des Liebermannsche Organ („Deutsch-soziale Blätter") wie folgt: „Unser Freund, Herr Oberlehrer Dr. Werner-

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