Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1908)
- Article
- Burg bei Magdeburg
- Date
- 1908-06-01
- Page
- 364 (sequence 2)
- Language
- German
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Im deurschen Relch.?.a4 stattung einer Anzeige verpflichtet glaubte. Das „Tageblatt für den Jerichowschen Kreis" teilt mit, daß Richter als Täter oder Mittäter nicht in Betracht komme, daß aber auch, was er über andere Personen in dieser Angelegenheit geäußert hat, einstweilen mit großem Vorbehalt aufzunehmen sei. Daß die amtlichen Stellen in dieser Sache strengste Verschwiegenheit walten lassen, sei gerechtfertigt. Danach scheint die Sache doch weiter verfolgt zu werden. ** pofeit, 5. Mai. In einer jüdischen Zeitschrift, deren Posener Berichterstatter bei jeder, wenn auch noch so unpassenden Gelegenheit sich an der Leitung unserer Posener Ortsgruppe zu reiben sucht, war am 26. April folgendes zu lesen: „Posen. Die „gemäßigten Israeliten" der Posener Stadtverordnetenversammlung haben ihren altüberkommenen Grundsatz vom „gleichen Recht für alle" wieder einmal glänzend aus einem jüdischen Gebiet praktisch betätigt. Das evangelische Diakonissenhaus sollte nach einer Magistratsvorlage eine städtische Subvention von 100 000 M. erhalten. Die polnischen Stadtväter verlangen aus Paritätsgründen für das katholische Krankenhaus 20 000 M., die jüdischen Stadtverordneten haben keine „Sonderwünsche". Erst der neue „Verein für jüdische Interessen" veranlaßte das jüdische Latzsche Krankenhaus zu einem direkten Anträge auf 10 000 M. Abstimmungsergebnis: evangelisch: 100 000 M. angenommen (Gegner nur Polen); katholisch auf 10 000 M. herabgesetzt. (Majorität Deutsche und Juden): jüdisch: 10 000 M. angenommen, (dafür Konservative, Polen und nur 3 Juden, . dagegen: die freisinnige Fraktion mit ihrer jüdischen Majorität). Jedenfalls ist es hochinteressant und — charakteristisch zugleich, daß gegen die Subvention eines jüdischen Krankenhauses nur die christlichdeutschfreisinnigen Stadtväter und die Wortführer des Posener „Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens": Plaezek, K i r s ch-n e r und O r g l e r, gestimmt haben. Wir sind neugierig, was „Geheimrat Cohn" dazu sagen wird!" — Da in Posen kein Geheimrat Cohn existiert und die dortigen Vereinsmitglieder über Ursprung und Zweck dieses „Homunkulus" völlig im klaren sind, wird die Neugierde des Urhebers der vorstehenden Notiz leicht zu befriedigen sein. Dieser Herr hat offenbar keine Ahnung davon, wie widersinnig es