Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- Samson Cohn, christlicher Religion [Rezension]
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 324 (sequence 2)
- Language
- German
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324 Im deutschen Reich. äußerlichen Gründen sich vom Judentum lossagen, auf den Zusammenhang mit ihrer strengreligiösen Familie und aus die Selbstachtung verzichtend, die mit einer solchen Charakterlosigkeitunvereinbar ist. Tie bittere Ironie, mit der der Verfasser ein derartiges Ueberläufertum geißelt, trifft nebenher aber auch den Staat, der auf die Taufe Prämien setzt, indem er den offenbar ohne innere Ueberzeugung vorgenommenen Religionswechsel durch Verleihung von Amt und Würden belohnt, ferner die Kreise, die sich den Juden verschließen, den Konvertiten aber willig öffnen, vorausgesetzt, daß diese für kirchliche Zwecke erhebliche Opfer bringen. Treffend zeichnet der Verfasser auch die Art, wie solche abgefallenen Juden, wenn sie eine Familie gründen und nicht gerade ein verarmtes und vergrämtes Mauerblümchen beglücken wollen, eine Frau in den Kreisen suchen, die ebenfalls früher dem Judentum angehörten. Samson Cohn „fand auch eine wirklich feine, eine reizende Frau. Von der wußte man ganz genau, daß sie und die Eltern Christen waren — seit 15 Jahren! Feinste dante-volee aus Berlin W. Herr Cohn war sehr schlau, denn außer der Frau bekam Herr Cohn eine halbe Million." Wie Herr Geheimrat Cohn Mitglied der inneren Mission wurde, seine Kinder im Seebad Borkum das Judenlied mitsingen ließ, für die afrikanische Mission eine größere Summe spendete usw., möge man in der Schrift selbst Nachlesen, der man statt empfindungsvoller Worte Berthold Auerbachs eigentlich ein anderes schneidendes Motto gönnen möchte: „Die Wahrheit wollt' ich sagen; ward sie zum Spott, so trägt die Zeit daran die Schuld, nicht ich!" A. L. Eingesandt Es wird uns aus M ü n ch e n geschrieben: Im Märzheft dieser Zeitschrift findet sich in der Rubrik: „Korrespondenzen" ein Passus, der lautet: „Im Königreich Bayern werden Juden Staatsanwälte, präsidieren als Landgerichtspräsidenten den Schwurgerichten." Dieser Sah bedarf einer Berichtigung und einer Ergänzung: Richtig ist, daß in Bayern seit dem Jahre 1879 Juden zu .Staatsanwälten au den Landgerichten und Oberlandesge-