Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 321 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten. 321 Kapitel „Einkehr" ein und schilderte ausführlich alle die- Umstünde, die geeignet sind, seitens der Juden den Antisemitismus zu erzeugen und zu fördern, wies daraus hin, wie auch hier der Central-Berein schon durch sein Bestehen, dann aber auch durch seine Wirksamkeit außerordentlich segensreich gewirkt habe, behandelte in längeren Ausführungen die Frage des sogenannten ästhetischen Antisemitismus auf Ursachen und Berechtigung, wandte sich dann zu dem Nachweise, daß der Begriff der Ehre der Arbeit in vielen jüdischen Gemütern dadurch verwaschen worden sei, daß sie lediglich in der Berufswahl ihrer Kinder die sogenannten äußerlich angesehenen Berufe vorziehen zu müssen glaubten, ohne die innere Würde genügend zu schätzen. Daher komme denn auch ein gewisses Uebermaß von jüdischen jungen Leuten auf den Universitäten, die durchaus nicht immer aus innerer Neigung sich einem akademischen Berufe widmen. Endlich gab ihm der Umstand der Kind erlaufen in jüdischen Kreisen Anlaß, sich ausführlich mit den Gründen der Verwerflichkeit gerade dieser Kindertaufe zu beschäftigen, den psychologischen Motiven nachzugehen und ihre Irrigkeit zu beweisen. Er führte auch hier die segensreichen Bestrebungen des Central- Vereins' an, die in vielen Kreisen geeignet sind, auch in dieser wichtigen Frage Aufklärung und Stärkung zu schaffen. In einem Schlußworte wies der Redner daraus hin, daß für alle Bestrebungen des modernen Judentums und insbesondere auch für diejenigen des Central-Bereins das alte Wort maßgebend sein müsse: „I11 necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas.“ (In notwendigen Dingen Einheit, in zweifelhaften Freiheit, in allen aber die werktätige Liebe.) — Diese Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen und haben nicht nur sofort dem Central-Berein wieder neue Freunde und Anhänger in Frankfurt a. M. zugesührt, sondern werden sicher auch dazu beitragen, dort die Vereinssache weiter zu fördern. Der Vorsitzende, Herr Dr. Ludwig Wert h eimer, schloß die Versammlung mit herzlichen Dankesworten an den Redner des Abends. Briefkasten. 3?. A., Berlin. Die deutschen Parlamentarier jüdischen Glaubens erfüllen ihre Pflicht, völlig unbekümmert darum, ob