Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- Gießen
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 314 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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314 Im deutschen Reich. Termin bestritt er dies; der Vertreter der Anklage, Oberstaatsanwalt Theobald, erachtete aber die Schuld als durch die Beweisaufnahme für erwiesen. Die Frage nach mildernden Umständen stelle er dem Gericht anheim, das dabei auch zu ermessen habe, daß andererseits ein grober Vertrauensmißbrauch vorliege. Der Staatsanwalt beantragte nur eine Geldstrafe von 300 Mark. Das Urteil, das erst heute gefallt wurde, lautete auf 5 Wochen Gefängnis und Tragung sämtlicher Kosten. Die Verteidigung suchte nachzuweisen, daß Hirschel die 1500 Mark nicht in betrügerischer Absicht unterschlagen, sondern nur aus Nachlässigkeit vergessen habe zu buchen und der Kasse zu überweisen. Da der Gerichtshof aber zu der Ueberzeugung kam, daß es sich um rechtswidrige Aneignung fremder Gelder handle, sah er von der beantragten Geldstrafe ab und erkannte auf Gefängnis. * Uereinsnachrichlerr. — In Stockholm hat der dortige Rabbiner, Herr Professor Or. G. Klein, der zu den Mitarbeitern unserer Vereinszeitschrift zählt, auch vor einiger Zeit eine Berliner Central-Vereins-Versammlung durch einen geistvollen Vortrag für eine zahlreiche Zuhörerschaft sehr genußreich gestaltete, dieser Tage sein 25 jähriges Amtsjubiläum gefeiert, wobei ihm vielseitige Ehrungen zuteil wurden. Stockholmer Blätter brachten bei dieser Gelegenheit unter der Ueberschrift „Otverraddinen snbilerar" das Bildnis des Gefeierten und zollten dabei nicht nur der amtlichen Tätigkeit, sondern auch der wissenschaftlichen Bedeutung des Jubilars Anerkennung. — Fern von der Heimat ist in Territet am Genfer See am 19. April Herr Justizrat Siegmund Friedlaender, Rechtsanwalt am Kammergericht und Notar, der im 59. Lebensjahre stand, an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Der Dahingeschiedene hat fast seit der Begründung des Central- Vereins unserer Vereinigung angehört, der er 15 Jahre hindurch treu geblieben ist. Er ruhe sanft? — An demselben Tage ist nach kurzer Krankheit ein um viele jüdische Angelegenheiten hochverdienter Menschenfreund, Herr Bankier Charles L. H allg ar ten, in Frankfurt a. M. im fast vollendeten