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Im deutschen Reich · 1908-05-01 · Heft 5 (Mai 1908) · p. 309

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 5 (Mai 1908)
Article
Berlin
Date
1908-05-01
Page
309 (sequence 6)
Language
German
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Korrespondenzen. 309 diesem zugegangene Einladung dein Vorsitzenden des Hilfsvereins herzlichen Dank aus und verband damit die Versicherung, daß das die Bestrebungen des Eentral-Vereins ergänzende große Werk des Hilfsvereins bei den Mitgliedern des Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens stets die größten Sympathien finden werde. — Ter die neun „Vereine jüdischer Studenten" an deutschen Hochschulen umfassende Bun d Iü d is ch er Korporationen kann auf ein erfolgreiches. Wintersemester zurückblicken. Ein Beweis für die innere Einigkeit des Bundes und stir die Bedeutung seiner Organisation bildete der Kartelltag, der im -Januar in Königsberg stattfand. Das in Berlin tagende Bundespräsidium hielt ständig die Beziehungen mit den einzelnen Kartellvereinen aufrecht, und durch die Herausgabe des Vereinsorganes „Der jüdische Student" war den Bundesbrüdern Gelegenheit geboten, ihre Gedanken über Ziel imd Zweck der Vereine, über Juden und Judentum, aber auch über alle anderen Themata auszutauschen. Der Bund hatte im letzten Semester Gelegenheit, sein entschiedenes Auftreten gegen jede Art von Antisemitismus zu beweisen. Tie behufs gemeinsamer Abwehr antisemitischer Angriffe begründete „Vereinigung Jüdischer Korporationen", von der die drei Vereine Jüdischer Studenten (Berlin, Charlottenburg und Maccabäa) allein die Hälfte ausmachen, hat in diesen! Semester zwar einen Kandidaten bei dem Lesehallen- Wahlkampfe verloren, ist aber jetzt zur zweitstärksteu Partei herangewachsen. Von größerer Bedeutung war ein antisemitischer Kampf, den der V. I. St. Straßburg bei der Begründung des dortigen Studentenausschusses zu führen hatte. Zum Zwecke dieser Begründung sollten sich sämtliche Korporationen in verschiedene Parteien teilen, deren jede sich durch eine durch das Los zu bestimmende Korporation vertreten lassen sollte. Als eine Korporation der Partei, zu der der V. I. St. gehörte, erklärte, sie würde sich, falls das Los auf diesen falle, durch Juden nicht vertreten lassen, und dies nicht die gebührende Zurückweisung seitens der anderen Korporationen erfuhr, schied der B. I. St. aus dem Ausschüsse aus und brachte ihn dadurch zum Scheitern. Man konnte bei dieser Gelegenheit mit Freude konstatieren, daß Rektor und Behörden volles Verständnis für diese Wahrung

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