Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 298 (sequence 10)
- Language
- German
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298 Im deutschen Reich. die Dauer nicht verschließen können, zumal sie bereits jetzt bei einer anderen Hilfsbrigade der Antisemiten, bei 5er deutschen Mittelstandsvereinigung, Anerkennung findet. Irl einer am 10. April abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung der Ortsgruppe Berlin knüpfte der Vortragende, der zweite Vorsitzende des rheinischwestfälischen Landesverbandes, an die geringen Erfolge der Werbetätigkeit der M i t t e l st a n d s v e r e i n i - g u n g, besonders in Berlin, an. Es sei in beinahe vier Jahren nicht gelungen, den Mitgliederbestand über eine verhältnismäßig geringe Zahl hinauszubringen. Ein erheblicher Teil der Mitglieder sei abgesprungen, weil durch Vorstandsbeschluß der Beitrag von 2 auf 3 Mk. erhöht wurde. Die großartigen Erfolge, die man in Düsseldorf und in der Rheinprovinz im allgemeinen mit der Selbsthilfe erzielt habe, müßten auch die Berliner zu einer Aenderung der Taktik nötigen. In Düsseldorf habe man durch Gründung von Rabattsparvereinen die Mittelstandsvereinigung so lebensfähig gemacht, daß sie jetzt das Versicherungswesen in die Hand nehmen, eine Transportzentrale, einen Zentralarbeitsnachweis und ähnliches einrichten will. Sie beschäftige nicht weniger als 22 angestellte Beamte. In Berlin lasse sich, so meinte der Redner, dasselbe erreichen. Notwendig wäre in erster Linie jedoch ein vollständiger Bruch mit den bisherigen Gepflogenheiten. Der A n t i s e m i t i s nt u s nt ü s s e vollständig a u s der Mittelstandsvereinigung ausscheiden. Zur Umwandlung der Berliner Organisation will die Düsseldorfer Ortsgruppe 6000 Mk. zur Verfügung stellen 'und einen Beamten hierher senden, der die ersten Einrichtungen zu treffen hat. An Stelle der beiden Vorsitzenden der Berliner Ortsgruppe, des Obermeisters Rahardt und des Postsekretärs Stockmann, die ihre Aemter niederlegten, sind darauf die Herren Jritz Schmidt und Ernst Hagemaun gewählt worden. Das Organ des „Bundes der Landwirte", das über diesen Umschwung unter der Spitzmarke „Tie deutsche Mittelstaudsbewegung am Scheidewege" berichtet, knüpft an die Mitteilung dieser antisemitischen Niederlage die wutschäumende Bemerkung: „Wenn diese die Sache einem gerissenen Juden übergeben, dann wird wohl endlich was