Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- Ein Wort an die jüdischen Frauen
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 289 (sequence 2)
- Language
- German
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Umschau. 289 eigenen menschlichen und bürgerlichen Würde, verbunden mit der Achtung vor der menschlichen und bürgerlichen Würde der anderen, zu stärken, für den so selbstverständlichen und doch, wie alles Selbstverständliche, in der Welt des politischen Lebens tatsächlich so oft verhöhnten Gedanken zu kämpfen, daß die bürgerlichen Tugenden eines Menschen nicht von seiner Abstammung und nicht von seinen Glaubensgrundsätzen abhängig sind. Wer kann uns in diesem Kampfe mehr fördern als die deutsche Frau, die ihre Kinder in diesen Gedanken erzieht und sie so mit einem P a n z e r ausstattet, an dem die. vergifteten Pfeile niedriger Verleumder zu rückprallen! Die Fr au ist es vor allen:, von der wir erw a ri e tt dürfen, daß si e die im Kampf erlahmend e n u n d v e r z a g e n d e n. G e i st e r wieder a u f r i ch t e t. Ihre G l a u b e n s t r e u e ist der einzige w i r k s a m e Schutz gegen alle diejenigen Bestrebungen, welche darauf abzielen, u ns er er Jugend die v i e l g e s ch m ä h t e L a st des Judentums a b z u - nehmen und unseren Kindern Würden u n d Ehre n b u r cf) ein geknicktes Gewissen z u e r - k a u f e n." Jetzt ist die Bahn frei; der allen modernen Anschauungen widersprechende Ausschluß der Frauen von der Teilnahme an politischen Versammlungen ist gesetzlich beseitigt, wir erwarten, daß die jüdischen Frauen in großer Zahl von dem ihnen nunmehr gewahrten Rechte Gebrauch machen, und sich als Mitglieder melden, um als vollberechtigte Vereinsmitglieder nns mit Rat und Tat treu;ur Seite m stehen. Umschau. Gfiftte immer am Vorabend großer Ereignisse zerbrechen '***'*' sich Leute, hie der mächtigen Bewegung fern stehen müssen, weil sie selbst nicht in der Lage sind, diese irgendwie beeinflussen zil können, die Köpfe darüber, was die tun sollen, denen sie einen solchen Einfluß Zutrauen oder zuschreiben. Der politischen Weisheit, die dabei ausgekramt wird, fehlt dabei zumeist nicht nur der Reiz der Neuheit, sondern auch der praktische