Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- Carthaus [Nachricht]
- Date
- 1908-04-01
- Page
- 238 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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238 Im deutschen Reich. worden, was bei der vorwiegenden polnisch-katholischen Bevölkerung von Earthaus als ein erfreulicher Erfolg zu betrachten ist. M München, 3. März. Hinter deal Berleger des hiesigen antisemitischen Witzblattes „Der Grobian", Anton Josef L e i b, der sich der Verbüßung einer längeren Gefängnis- Strafe durch die Flucht nach der Schweiz entzogen hat, erließ die hiesige Polizeibehörde einen Steckbrief. B-r. 3Sambexgr 21. März. Am 13. d. Mts. verschied hier im 63. Lebensjahre ein treubewährtes Vereinsmitglied Herr Adolf K o b u r g e r. An seinen: Grabe sprachen nach Herrn Rabbiner Oe. Eckstein Vertreter der deutschen Volks- Partei, des Freisinn. Volksvereins, des Bürgervereins - des 1. Tistr.- und des Alten Turnvereins, dem der Verstorbene als Vorstandmitglied angehörte. < Darinstadt. 10. März. In der am 3. März abgehaltenen Sitzung der Zweiten hessischen Kammer verlas der Reichs- und Landtagsabgeordnete Osann mehrere Sätze eines Artikels der Zeitschrift „Das Bayerische Vaterland", in denen hessische Abgeordnete akademische Maulaffen genannt werden. Als Verfasser dieses Artikels habe sich der antisemitische L a n d t a g s a b g e o r d n ete K ö h l e r bekannt. Es sei tief bedauerlich, daß die Kollegialität so tief gesunken sei. Während Osanns Rede unterbrach ihn Köhler fortwährend und redete trotz des Einspruchs des Präsidenten Haar weiter, so daß dieser ihm schließlich androhte, ihn dadurch zur Ruhe zu bringen, daß er ihm die Präsidentenschaft übertrage. W Wien, 6. März. Unter der Ueberschrift „Gelogen wiegedruck t", berichtet die Monatsschrift der Oesterreichisch- Jsraelitischen Union: „Antisemitische Blätter brachten folgende Notiz: „I ü disch e Leichenschänder. Im Dorfe B e l ch a t o w in Galizien fand man an der Mauer des jüdischen Friedhofes den vom Rumpfe abgeschnittenen Kopf eines jungen Mädchens. Man erkannte an demselben die Tochter des Friedhofsaufsehers, die vor einigen Tagen starb. Die eingeleitete Untersuchung stellte fest, daß die Leichenschänder vier j n n g e Juden waren, welche dem Aberglauben gemäß, daß ein von der Leiche eines jungen Mädchens abgeschnittenes Ohr den Besitzern desselben Glück bringe, nachts die Leiche ausgrnbeu