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Im deutschen Reich · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. 236

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Aachen
Date
1908-04-01
Page
236 (sequence 2)
Language
German
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236 Im deutschen Reich. darin fand, daß es sich dabei um solche Gesetzesverletzungen handle, die zumeist im kaufmännischen Berufe Vorkommen. Tie jüdischen Kaufleute stellen ungefähr den zehnten Teil aller deutschen Kaufleute, sind aber an den erwähnten Deliften bei weitem nicht mit 10 Prozent beteiligt. Auch bei den anderen tu Betracht kommenden Delikten sei die soziale Stellung der Juden zu berücksichtigen: andererseits sei auch bei den für die Juden günstige Zahlen ergebenden Kategorien von Verbrechen der Grund des so günstigen Ergebnisses auf die sozialen Verhältnisse zurückzuführen. Am Schlüsse des Vortrages verwies der Redner auf lügenhafte Ausstreuungen der Antisemiten und betonte unter lautem Beifall, daß derartige judenfeiudliche Hirngespinste nur die Folge unberechtigter Vorurteile oder bewußter Gehässigkeit sein könnten. x Hannover:, 10. März. Das hier im Verlage von S. Hein & Co. erscheinende Fachblatt ,,M a n u f a k L u r i st" hat unter der Ueberschrift: „Z u m K a m p f g e g e n den unl unteren Wettbewerb" am 11. März eine größere Notiz gebracht, deren Einleitung lautete: „Trotz aller bisherigen gesetzgeberischen Versuche, den wollen Kleinhandel von. der verderblichen Schm utzkonkurrenz unlauterer Wettbewerber zu schützen, hat man dieses Lief eingewurzelte Hebel nicht auszurotten vermocht, weil n a m e n t l i ch di e s e m i t i s ch e Rasse allzu findig ist in der Anwendung nuiitet: neuer Geschäftstricks und Gesetzumgehungen/' Wir tonnten uns nicht erklären, wie in einer im Berlage eines Glaubensgenossen erscheinenden Fachzeitschrift ein Artikel mit einer solchen völlig unbegründeten antisemitischen Aeußerung veröffentlicht werden könne, und wandten uns deshalb an unseren Vertrauensmann in Hannover, um darüber eine Aufklärung zu erlangen. Diese ist inzwischen in der nächsten Nummer des „Manufakturist" am 14. März in ausführlicher Weise in einer Berichtigung erfolgt, in der die Redaktion .des genannten Fachblattes mitteilt, daß der Artikel einer gedrilckteu Korrespondenz entnommen worden sei und daß nach einer Erklärung der Hofbuchdruckerei Gebrüder Jaenicke. der Setzkastenkobold dabei einen bösen Streich gespielt habe, was im Drange der Arbeit nicht sofort bemerkt worden sei. Der Satz habe lauten sollen: „Trotz aller bisherigen gesetzgeberischen Versuche, den reellen Kleinhandel vor

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