Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 3 (März 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-03-01
- Page
- 183 (sequence 2)
- Language
- German
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BereinsnachrichLen 1S3 Debatte gab das Bereinsmitglied, Herr A. H o l z b o cf, einige praktische Anregungen für die Propaganda in Berlin, und für die Gestaltung der dazu dienenden, schon in der Ent- Wicklung begriffenen Organisation. Nachdem der Vorsitzende sich mit diesen dankenswerten Ratschlägen einverstanden erklärt hatte, führte Herr Rechtsanwalt Dr. Ludwig I onas unter lebhaftem Beifall der Anwesenden aus, wie nicht nur alle Mitglieder, sondern auch deren Frauen in der Lage seien, die Bestrebungen des Central-Bereins zu fördern und seinen Einfluß zu vergrößern. Hierauf wurde die Versammlung, durch deren Veranstaltung der Verein wieder eine Anzahl neuer Mitglieder gewonnen hat, in der üblichen Weise geschlossen. Die von den Ortsgruppen Berlin W. und Schöneberg am 17. Februar d. I. in den Augusta Viktoria-Sälen veranstaltete Versammlung eröffnete Herr Professor vr. Schneider vor einem sehr zahlreich erschienenen Publikum mit einleitenden Worten, in denen er aus den Zweck und die Ziele des Vereins hinwies und an alle Anwesenden die Mahnung richtete, den Central-Verein in seinen Bestrebungen zu fördern. Hierauf hielt der erste Vorsitzende des Central-Vorstandes, Herr Justizrat Dr. M. Hör - Witz, einen in Inhalt und Form vollendeten, von Begeisterung für die Vereinsziele durchwehten Vortrag über das Thema: „Des deutschen Juden Pflichten", der auf die den Ausführungen des Redners-mit Spannung folgende Zuhörerschaft eine sichtlich tiefe Wirkung ausübte, die sich am Schlüsse des einstündigen Vortrags durch rauschenden Beifall kundgab. Da ein Auszug aus der Rede nur ihren Wert beeinträchtigen könnte und vielen unseren Vereinsmitgliedern, die verhindert waren, der Versammlung beizuwohnen, die Kenntnis des ganzen Wortlauts erwünscht sein wird, behalten wir uns vor, diesen in einem der nächsten Hefte dieser Zeitschrift zu veröffentlichen. An der sich dem Vortrage anschließenden freien Aussprache beteiligten sich die Herren Or. Georg Joachim und Stadtverordneter Rechtsanwalt L. Gottschalk, wobei letzterer in längerer Rede den latenten Antisemitismus als den Hauptfeind bezeichnet und vom jüdischen Standpunkte aus den Gedanken der z. Z. bestehenden Blockpolitik bekämpfte, durch die die Indolenz