Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 3 (März 1908)
- Article
- Prag
- Date
- 1908-03-01
- Page
- 182 (sequence 2)
- Language
- German
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1S2 Im deutschen $eid). dürfe, da man zu den bevorstehenden Osterfeiertagen Blut brauche. Das Mädchen blieb fest dabei, diese Worte vernommen zu haben. Das Kommissariat veranlaßte trotz der offenbaren Unwahrheiten in den Angaben des Mädchens Erhebungen, welche ergaben, daß der Arzt und seine Frau, soweit sich verfolgen läßt, christliche r A b st a m m u n g sind. Durch diese Feststellung, daß der Manu und Frau Katholiken sind, wurde die Beschuldigung am besten widerlegt. Gegen das Dienstmädchen wurde die Anzeige wegen Irreführung der Behörden erstattet. * Ueremsrmchrichterr. — Die am 5. Februar d. I. in den Königs-Sälen abgehaltene Versammlung der Berliner Ortsgruppe N. und NO. wurde von Herrn Rechtsanwalt S. W r e s ch n e r geleitet, der die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste im Namen des Central-Berein-Borstandes und des Gruppenvorstandes herzlich begrüßte und dann Herrn Schriftsteller vr. Ludwig Cohn das Wort erteilte. Dieser entrollte in seinem Vortrage „Was lehrt die Geschichte der Berliner Juden?", ein fesselndes Bild der wechselnden Geschicke und Leistungen der Berliner Juden, die sich im Verlaufe von sieben Jahrhunderten durch ihre Anspruchslosigkeit, Emsigkeit, Zähigkeit und Intelligenz aus den drückendsten Verhältnissen wacker emporarbeiteten, stets in Handel und Gewerbe als belebendes Element erwiesen und dann rühmlichen Bildungsdrang und neben glänzendem Gemeinsinn eine tatkräftige Selbsthilfe betätigt haben. Sie seien deshalb heute als echte deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens der ihnen wie allen ihren Glaubensgenossen im deutschen Reich seit dem 3. Juli 1869 gesetzlich verbrieften Gleichberechtigung in jeder Beziehung würdig und hätten allen Grund, in und mit dem Central-Verein zu fordern, daß das, was Verfassung und Gesetz ihnen zugesprochen, auch ohne Einschränkung gewährt werde. Lebhafter Beifall belohnte den Vortragenden, dem dann auch noch der Vorsitzende für seine interessanten Darlegungen Worte freundlichster Anerkennung widmete. Nach Eröffnung der