Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 3 (März 1908)
- Article
- München
- Date
- 1908-03-01
- Page
- 181 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 181 24. Februar beginnende Periode zum Präsidenten des oberbayrischen Schwurgerichts ernannt. — Mannheim, 6 Februar. Bei der heute auf dem hiesigen isrealitischen Friedhofe stattgefundenen Beerdigung des Stadtrats Kommerzienrat Fritz Hirschhorn, widmete der Oberbürgermeister Beck dem Dahingeschiedenen folgenden Nachruf: „Tieferschüttert Lege ich namens des Stadtrats als letzte Ehrenspende der Heimatstadt diesen Kranz nieder an der Bahre eines Mannes, der 20 Jahre in dem obersten Rate der Stadt in seltener Pflichttreue, mit klugem Sinne und zielbewußter Klarheit seines Amtes waltete und um ihren glanzvollen Aufschwung unvergeßliche Verdienste sich erworben hat, der als einer der tüchtigsten Mitbürger, als eine Zierde unseres Handelsstandes im Vordertreffen des öffentlichen Lebens stand und in kraftvoller Eigenart tapfer und unerschrocken für seine von ihm hochgehaltenen Ideale kämpfte, der bis zum letzten ''Atemzuge als feuriger Patriot für Fürst und Vaterland, als würdiger Sohn für die Ehre und das Ansehen seiner über alles geliebten Vaterstadt mit jugendlicher Begeisterung und opferwilliger Hingebung eiutrat, dessen unerschöpfliche Herzensgute, dessen warmfühlende Nächstenliebe ihm das Spenden von Wohltaten an seine bedürftigen Nebenmenschen zur Pflicht, zu einem Herzensbedürfnisse machte." ** pxag. 7. Februar. Wie der „Bohemia" aus Wien gemeldet wurde, ist dort am 5. d. M. die 24 Jahre alte Dienstmagd Marie Biela aus Mödritz bei Trautenau im Redemptoristenkloster in Währing erschienen, um mitzuteilen, daß sie aus ihrem Dienstorte geflüchtet sei, weil ihre Dienstgeber an ihr einen Mtucrlnrorö verüben wollten. In Begleitung einer Schutzdame der Wiener Bahnhofsmission wurde das Dienstmädchen zum Polizeikommissariate geschickt, wo die Anzeige erstattet wurde. Sie erzählte dort, daß sie bei einer jüdischen Familie bedienstet gewesen sei. Der Mann sei Arzt, übe jedoch seine Praxis nicht aus. Das Mädchen nannte Namen und Adresse der Familie. Vor drei Wochen schon, als sie schlief, sei ihr Blut abgezapft worden. Am nächsten Morgen fühlte sie Stiche am linken Oberarme, sie sei müde und abgespannt gewesen, und konnte den Arm nicht bewegen. Montag habe sie gehört, wie der Schwiegervater der Frau sagte, daß man das Mädchen jetzt keineswegs entlassen