Mannheim
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Im deutschen Reich · 1908-02-01 · Heft 2 (Februar 1908) · p. 121

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 2 (Februar 1908)
Article
G. C. Berlin
Date
1908-02-01
Page
121 (sequence 1)
Language
German
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Briefkasten. 121 G. C. Berlin. Nachdem in unserer Zeitschrift und auch in anderen Blättern wiederholt mitgeteilt wurde, daß der Fremdenverkehr-Verein in Kitzbühel in Tirol in seinen Reklamebüchern durch Stempelaufdruck bekannt gibt, daß „Anfragen von Juden unberücksichtigt bleiben", ist es nicht zu verwundern, daß auf eine Anfrage an den Wintersportverein in Ki tz b ü h e l, welches der dortigen Hotels judenrein zu bleiben wünscht, Dr. K. P. am 12. Dezember folgende Antwort erhielt: „Euer Hochwohlgeboren diene auf geehrte Anfrage, daß die Tendenz, den Ort „judenrein" zu halten, allgemein ist; wie es die einzelnen Gaststätten halten, entzieht sich unserer Kenntnis und Einsichtnahme." p. D., Mannheim. Das in dem badischen Ort Radolfzell erscheinende Blättchen „Freie Stimme" hat selbstverständlich die blödsinnige Notiz „Die Quellen der Korruption in Amerika" nicht direkt aus dem russischen Antisemitenblatt „Nowoje Wremja" entnommen, sondern irgendeinem größeren deutschen Antisemiten-Organ entlehnt. Wenn in der betreffenden Notiz an den Bericht über die Verfehlungen der Advokaten Abraham Rueff in San Francisco und Abraham Hummel in New Jork die Bemerkung geknüpft ü , „man kann sich von dem korrumpierenden Einflüsse einen beiläufigen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß 90 o/o der Advokaten in den Vereinigten Staaten I ubeii sind", ist dem entgegenzuhalten, daß diese Behauptung auf Erfindung beruhen muß, weil in dem amerikanischen Freistaat dieser Prozentsatz ein weit niedriger sein wird als in Deutschland, wo nicht wie drüben den Inden alte Berufe zugänglich sind. Daß Rueff und Hummel den Vornamen „Abraham" haben, beweist keineswegs, daß sie Juden sind — eher das Gegenteil! In England und in Nordamerika sind bei allen Christen biblische Vornamen sehr beliebt und häufig, besonders bei den Puritanern, Quäkern und Herrnhutern. Selbst die in Deutschland ansässigen Herrenhuter Haben ausschließlich biblische Namen. Eine Weltruf besitzende christliche Firma in Herrnh u t heißt Abraha m Dürninger & Co. C. B., Karlsruhe. Der „Badische Landesbote" verweist anläßlich der Polemik zwischen Bernhard Shaw und Nordau auf Shaws S child c r n n g der Lage d e r Juden i n

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