Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- Königsberg
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 104 (sequence 3)
- Language
- German
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104 Im deutschen Reich. Juden, sondern nur noch von jüdischen Deutschen sprechen werde, und zwar in keinem anderen Sinne, als von christlichen Deutschen. Er nehme an, daß die Vereine jüdischer Studenten dieselben Ideale hätten. Sei die Gleichberechtigung erst durchgeführt, dann würden auch alle studentischen Korporationen den Juden offenstehen, und diese brauchten sich nicht in eigenen Vereinen abzusondern. Bei weiteren Trinksprüchen und studentischen Festliedern blieb die Versammlung bis lange naä) Mitternacht zusammen. V. Kiel, 16. Januar. Die ,,Kieler Ztg." berichtet: Der Badeverein in Büsum wünscht die Bezeichnung „Deutsches Bad" anzunehmen und jüdische Gäste sernzuhalten. :: Aachen, 14. Januar. Anschließend an die gestern hier im „Englischen Hof" abgehaltene Generalversammlung de§ „G e m e i n d e v e r e i n s" hielt Herr stud. cam. Hirs ch aus Bonn einen Vortrag über das Thema: „Der Werdegang der Israelitischen Gemeinde von Aachen seit Karls des Großen Zeiten" ab. Der Vortragende hob dabei die freundliche Be reitwilligkeit des städtischen statistischen Amtes, des städtischen Archivs und des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde hervor, die ihm Material zu diesem Vortrage zur Verfügung gestellt hatten. Die interessanten Darlegungen des Redners ergaben, daß in Aachen niemals antijüdische Gesinnungen um sich greifen konnten, und daß selbst in den achtziger Jahren, während in vielen anderen Orten die antisemitische Bewegung einsetzte, die städtischen Behörden, sowie die gesamte katholische Geistlichkeit bestrebt waren, jede Störung des Friedens unter der Bevölkerung zu verhindern. Der Vortragende schloß mit dem Wunsche, daß das gute Verhältnis zwischen den Ungehörigen der verschiedenen religiösen Bekenntnisse, das auch jetzt in Aachen bestehe, allezeit erhalten bleibe. Anhaltender Beifall belohnte seine Ausführungen; dann dankte Herr Gustav Blumenau als Vorstandsmitglied des „Gemeindevereins" dem Redner im Namen der Versammlung. Nach einer kurzen, aber anregenden Debatte schloß der Vorsitzende, Herr Generalagent Hirsch, die Versammlung, wobei er den Anwesenden herzlichen Dank für ihr zahlreiches Erscheinen aussprach. Q Frankfurt a. M., 20. Januar. Wie der „Israelit" mitteilt, batte ein in einem Ermittlungsverfahren als-Zeuge ge-