Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- D. G., Altona
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 54 (sequence 2)
- Language
- German
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54 Im deutschen Reich. tage die Gelegenheit vom Zaune brechen würde, den Juden etwas am Zeuge zu flicken? Seitdem er Politiker ist, fühlt sich der ehemalige Porzellanmaler in dem, was nicht gemalt ist, immer am wohlsten, nämlich im Verleumden der Juden! So sagte er am 7. Dezember bei Beratung der Mittelstandsamräge ziemlich unvermittelt: „Wir hätten nicht so viele Gesetze nötig, wenn nicht besonders in den kaufmännischen Mittelstand so viel jüdische Elemente gedrungen wären. Die Juden sind die allerproduktivsten Entdecker immer neuer Formen des unlauteren Wettbewerbes. Wir müssen mit der Anlage vieler Juden rechnen, mit Geschick möglichst jedes Gesetz zu umgehen. Ohne eine klare Erkenntnis der Judenfrage werden wir an der Oberfläche der Mittelstandsfrage Herulm xperimenüeren." — Hoffentlich kommt bald die Zeit, wo er selbst nicht mehr an der Oberfläche herumexperimentiert! ' Rechtsanwalt A. tu Hamburg. Wir danken Ihnen für Ihren Hinweis, der uns veranlaßt hat, die Redaktion der „Gartenlaube"' über die Tendenzen des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Berbandes aufzuklären. Aus dem Antwortschreiben, das uns am 9. Dezember zuging, geht hervor, daß der Schriftleinmg jenes Blattes die antisemitischen Tendenzen, die der Verband bei ihm paffend erscheinenden Gelegenheiten stets zu verhüllen weiß, unbekannt waren. Dr. B., Würzburg. Das Plakat mit dem Stempel „Judenreines Haus", das an dem Vorplatz des Rathauses in Heppenheim a. d. Bergstraße bemerkt worden ist, wurde sofort nach der Entdeckung des antisemitischen Auforucks entfernt. In Heppenheim und Umgebung sinden derartige Bübereien keinen Anklang. L. L. Ingolstadt. Wie wir über derartige Sammlungen „jüdischer" Witze denken, haben wir bereits im Heft 9 des vorigen Jahrgangs S. 532 ff. unverhohlen dargelegt. Daß sie für die Antisemiten einen Leckerbissen darstellen, ist uns begreiflich; unverständlich ist es uns aber, daß deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens Erzeugnisse wie das „Buch der jüdischen Witze" von M. Nuel und „Schabbes-Schmus" von Chaim Jossel, wenn sie schon auf die Empfehlungen liberaler Blätter hin, daraus hereingesallen sind, — nicht mit Abscheu in den Papierkorb werfen. Wir haben iw September v. Js. von. dem Buche