Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- Halle a. d. Saale
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 41 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 4-A Verkehr der jüdischen Studenten mit christlichen KomMonen abgeschnitten werde. Der Redner wies dann darauf hin, daß nicht nur der Staat Juden auf allen Gebieten zurückntze, sondern daß man auch schon in Privatbetrieben bei Besetzung von Beamtenstellen jüdische Bewerber zurückweise. Sogar große Banken und Bankhäuser Ziehen christliche Beamten den jüdischen vor, weisen diese oftmals ihres Glaubens halber ganz zurück. Für große chemische Fabriken werden jüdische Chemiker niemals engagiert; bedauerlich sei es, daß auch jüdische Besitzer chemischer Verriebe, aus Furcht vor späterer Konkurrenz, Juden zurückweisen. Jüdische Handwerker seien sehr schwer, jüdische landwirtschaftliche Arbeiter fast gar nicht umerzubringen. Wenn dies doch Mitunter der Fall sei, gestalte sich das Dasein dieser Armen durch Spott und Hohn der christlichen Mitarbeiter fast unerträglich. Redner geißelte dann in schärfster Weise den liebertritt zur christlichen Religion, der Zumeist nur in der Absicht geschieht, eine bessere Lebensstellung zu erlangen. Er bekämpfte das System des Staates, der gewissermaßen aus Feigheit und Untreue eine Prämie setze. Unerhört sei es, daß manche jüdische Eltern zwar dem Namen nach Juden bleiben, aber ihre unmündigen Kinder zum Taufbecken tragen und damit glauben, den Lebensweg ihrer Kinder ebener Zu gestalten. Herr Dr. Cohn betonte sodann, daß der deutsche Jude an Opferfreudigst für das Vaterland und an Patriotismus gegen andersgläubige Mitbürger nie zurückgestanden, sondern Zu allen Zeiten bewiesen habe, daß er deutsch fühle und denke. Es müsse deshalb mit aller Energie gegen Zurücksetzung und Intoleranz Front gemacht werden; schon die jüdische Jugend müsse entsprechend erzogen werden. Der jüdischi Gedanke müßte schon im elterlichen Hause mehr als bisher gepflegt, außerdem unsere glorreiche Geschichte und unsere Literatur unserer Jugend mehr zugängig gemacht werden. Redner wies auch aus die verschiedenen Organisationen hin, welche im deutschen Judentums gebildet wurden, daß jede einzelne derselben segensreich wirke und notwendig sei. Die Bne-Bnß-Logen pflegen zum Segen des Judentums insbesondere edle Wohltätigkeit, sorgen für Aufklärung, Bildung und soziale Wohlfahrt, fördern Wissenschaft, auch eine sorgfältige Erziehung. Durch Zahlreiche Ferienkolonien und Kinderheime wird die Gesundheit, dem gemäß auch die Leistungsfähigkeit unserer Jugend gehoben, und so bilden die ca. 7500 Mitglieder der Logen gewissermaßen