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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 715

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
J. B., Wiesbaden
Date
1907-12-01
Page
715 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 715 KriefKaste« der RedakLrsrr. I. B., Wiesbaden. Nicht nur von Ihnen, sondern auch von verschiedenen anderen Vereinsmitgliedern sind wir befragt worden, ob die Anfang dieses Jahres in jüdischen Zeitungen, aber nicht in unserer Zeitschrift veröffentlichte Nachricht, es seien in Preußen acht bis neun Juden zu Reserveoffizieren ernannt worden, begründet sei. Daß diese Mitteilung später Mehrfach widerrufen wurde, ist vielen entgangen. Da uns die Namen der betreffenden angeblichen Juden genannt worden waren, haben wir neuerdings uns der Mühe unterzogen, die Einzelfälle genauer Zu untersuchen. Dabei hat sich ergeben, daß kein einziger der in Betracht kommenden Reserveoffiziere Jude ist. M. C.y Cassel. Der jüdische Kaufmann aus Heiligerrstadt, der von der Witwe seines früheren jüdischen Prinzipals eine größere Summe durch die Drohung erpressen wollte, das Geschäftsgebahren ihres verstorbenen Mannes in antisemitischen Blättern zu veröffentlichen, und tatsächlich an die „Deutschsozialen Blätter" einen Brief richtete, in dem er seinem verstorbenen Prinzipal nachgesagt hat, die Landwirte bewuchert zu haben, hatte sich dieser Tage vor der Strafkammer wegen Erpressung und wegen Beschimpfung eines Toten Zu verantworten. Aus den Geschäftsbüchern und den Aussagen des jetzigen Inhabers des Geschäfts, sowie anderer Zeugen ging hervor, daß von dem Verstorbenen kein Wucher getrieben worden war. Für die Angaben des Angeklagten vermochte letzterer auch nicht den geringsten Anhalt zu erbringen. Das Gericht verurteilte deshalb den bereits vorbestraften Erpresser zu 2 Jahren Gefängnis. Der Fall steht glücklicher Weise so vereinzelt da, daß kein Grund vorhanden ist, ihn totzuschmeigen; der Verurteilte hat durch seinen Brief an das Antisemitenblatt bewiesen, sich dessen bewußt zu sein, daß er sich selbst aus dem Judentum ausgeschaltet hat. A. St., Hamburg. Die ^Ju den angst" überschriebene Notiz der „Deutsch-sozialen Blätter" gehört zu den „Ollen

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