Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- Dresden
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 705 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 70s Der Vorstand erhielt außerdem das Recht, noch Zwei Mitglieder zu kooptieren. □ Leipzig, 5. November. Die wüste Agitation der Deutsch-nationalen Hand lungsgeh ilfen, die anläßlich der Kaufmannsgerichtswahlen kein Mittel scheuten, um den Sieg an ihre Fahnen heften Zu können, hat hier die gebührende Antwort bekommen. Der größere Teil der Leipziger Handlungsgehilfen leistet ihnen keine Gefolgschaft mehr; 2535 Stimmen stehen den 2303 deutsch-nationalen gegenüber. Die Stimmen- Zunahme der letzteren beträgt 28%, die des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen und seiner Verbündeten 91^2 0 0. Dieses erfreuliche Resultat ist auf das skandalöse Treiben der Deutsch- Nationalen Zurückzuführen. üp. MeurmgeNf 6. November. Vor der ersten Strafkammer des'hiesigen Landgerichts stand am 2. d. M. der Schühmachermeister Otto Rausch, em bekannter Antisemit, und Mittelstandsretter, um sich wegen unlauteren Wettbewerbs Zu verantworten. Als Nebenkläger war der Verein der Schuhwarenhändler von Meiningen und Umgebung zugelassen. Der Angeklagte hatte in Zwei Anzeigen, die im „Meininger Tageblatt" erschienen sind, Chevreaux- und Boxcals-Knopsstiefel angepriesen. Zwei Herren die von dem als Nebenkläger Zugelasfenen Verein geschickt waren, haben die annoncierten Stiesel gekauft. Es stellte sich heraus, daß die Sohlen aus ganz dünnem Leder hergestellt und mit Pappe unterklebt waren, und die Schuhe nicht, wie die Käufer nach der Anpreisung erwarten mußten, aus besonders zu gerichteten Ziegen-, bezw. Kalösleder, sondern aus Leder von bedeutend geringerer Qualität bestanden. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Grötzner, plädierte für Freisprechung, da Rausch nur unwissentlich falsche Bezeichnungen für seine Waren gewühlt habe. Das Gericht erkannte aber aus eine Geldstrafe von 150 Mark, ev. 30 Tage Gefängnis und öffentliche Bekanntmachung des Urteils in beiden Meininger Zeitungen. Nürnbergs 17. November. Unser hiesiges Vereins- Mitglied, Kommissionsrat Eugen Frankfurter, ist wegen besonderer Verdienste uw das Theaterwesen zum Geheimen KommissionsraL ernannt worden. v Bayreuth, 13. November. Den in dem heutigen „Bayreuther TagblaLL" und der „Oberfränkischen Zeitung^ veröffentlichten Berichten Zufolge gelangte gestern vor dem Schöffen -