Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- Ratibor
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 702 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Zw deutschen Reich erzielt. Jeder Jude wöge Mitglied des Central-Vereins werden, aber dringend sei auch notwendig, daß er sich außerdem einem politischen Verein anschließe und in demsesben arbeite, um auch dort etwaige antisemitische Unterströmungen unmöglich zu wachen. Am Schluß des Vortrages zollre die Versammlung in begeisterter Stimmung dem Redner anhaltenden Beifall. Der Verein hat durch diese Versammlung 36 neue Mitglieder gewonnen. Der in der Bildung begriffenen Ortsgruppe Ratibor, die weit über 100 Mitglieder zählen wird, werden sich dem Vernehmen nach unsere Mitglieder in Kätscher, Bauerwitz und anderen Nachbarorten anschließen. < Oppeln- 12. November. Die hier am 10. d. Mts. von der Ortsgruppe des Central-Vereins abgehaltene, sehr gut besuchte Vortragsversammlung wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Salinger, mit einer Ansprache eröffnet, in der er ii. a. aus das erfreuliche Wachsen der jetzt gegen 180 Mitglieder zählenden Ortsgruppe Oppeln hinwies und zu weiterem Werben aufforderte. Sodann behandelte Herr Lehrer Spier in sehr interessanten und mit vielem Beifall aufgenommenen Ausführungen das Thema „Das jüdische Weib"'. Der Redner warf einen Blick auf die Stellung der Frauen bei andern Völkern, schilderte dann die Frauengestalten der Heiligen Schrift, die Glaubenstreue der jüdischen Frauen in schweren Leidenszeiten und rühmte die praktische Kulmrarbeit, die sie auch in der Jetztzeit leisten. Er besprach das Verhältnis der jüdischen Mütter zu ihren Kindern, ihre Pflicht, die Liebe zum Judentum zu pflegen, die zum jüdischen Schrifttum zu wecken und dem Abfall vom Glauben der Väter vorzubeugen. Der Redner verwies auf hervorragende jüdische Vertreterinnen auf den verschiedensten Kulturgebieten, insbesondere auf dem der Wohltätigkeit, und schloß mit der herzlichen Mahnung, echtes jüdisches Familienleben und die mit demselben so innig verbundenen Gebräuche der Sabbat- und Festtagsfeier zu üben und zu wahren. cf Posen, 10. November. Die „Posener Zeitung" berichtet: „Der verantwortliche Redakteur des polnisch-antisemitischen Blmtes „Posttzp", Stanislaus Kunz hatte in der Nr. 190 des genannten Blattes zum Ausdruck gebracht, daß er einer Anzahl von Bürgern in Buk, die mit den Anfangsbuchstaben bezeichnet, aber unschwer erkennbar waren, drohte, sie an den Pranger zu stellen, wenn sie weiter bei „Juden und Deutschen"