Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. 662

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung [Rezension]
Date
1907-11-01
Page
662 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316753-2316764-2339040--17070-2339139
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

662 Im deutschen Reich. ein brauchbarer Auskunftsgeber zu erweisen. Ms ein sehr nützlicher Helfer wird es denen dienen, die nach dem alten GebeLsritus mit einem besonderen Segen bedacht werden, weil sie „sich mit dem jüdischen Gemeindewesen mit treuem Eifer befassen!" A. L. Beruria. Gebet- und Andachtsbuch für jüdische Frauen und Mädchen. Von Rabbiner Dr. MaxGrunwald. Verlag der Buchhandlung von Jos. Schlesinger, Wien, 1907. Der Verfasser verwahrt sich in dem Vorwort zu diesem deutschen Andachtsbuch für jüdische Frauen dagegen, daß er damit die hebräischen Gebete verdrängen will. Er wendet sich vorzugsweise an die Frauen, denen die Sprache der Psalmisten wenig bekannt oder ganz unverständlich ist. Daß übrigens für den Ausdruck der tiefsten Empfindung die deutsche Muttersprache dem weiblichen Geschlecht fast unentbehrlich ist, haben schon unsere Altvordern erkannt. Unsere Großmütter sind durch das „jüdisch-deutsche" „Zeenoureno" kaum minder andächtig gestimmt worden als durch das ihnen minder verständliche klassische Hebräisch. Wenn die „Beruria" durch eine sinnige Auswahl erbauender neuzeitlicher Schöpfungen in hochdeutscher Sprache eine ähnliche segensreiche Rückwirkung auf die häusliche Erziehung jüdischer Kinder wie früher das „Zeenoureno" ausüben würde, wäre eine große Verbreitung des Buches zu wünschen. In diesem Wunsch bestärkt uns in einer Zeit, in der die Versuchung zum Abfall durch das widersinnige Bangen jüdischer Mütter um die Zukunft ihrer Kinder wesentlich vermehrt wird, besonders das letzte Kapitel des Buches, das Aussprüche der größten Denker aller Zeiten gegen den Abfall vom Judentum enthält. Mögen jüdische Mütter die Worte Fritz Reuters beherzigen, damit nicht die meisten Christen dereinst von ihren Söhnen denken: „Dat so'n Kirl ein' ümmer vorkommt as dat witte Blatt twischen oll un nie Testament!" Ihren Männern aber, die noch dem Central-Verein fern stehen, mögen jüdische Frauen den in der „Beruria" stehenden Ausspruch des Katholiken Francisco de Goya Vorhalten: „Ich liebe ein Pferd, Das bäumend sich gegen den Zügel wehrt, Ich liebe den Juden, den keiner bekehrt!" A. L.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.