Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Petersburg
- Date
- 1907-11-01
- Page
- 657 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. «57 prügelt. Die Zahl der schwer verwundeten Juden beträgt dreißig, die der leicht Verwundeten ist weit zahlreicher. — Direktor und die Dekane des Polytechnischen Instituts von Kiew haben ihre Abschiedsgesuche eingereicht; der Grund ist darin zu suchen, daß durch eine Regierungsmaßregel die Bestimmung des Jnstitutsstatutes wieder in Kraft gesetzt worden war, derzufolge die Zahl der jüdischen Studenten nicht mehr als 15 Prozent der Zuhörerschaft betragen darf. Diese Bestimmung war in der letzten Zeit nicht beobachtet worden. — Hier in Petersburg erregt die Rede des Chersoner Gouverneurs, des Kammerherrn Malajew Aufsehen. Er sagte, den Juden müsse man sofort Gleichberechtigung geben, weil die Bedrückungen, mit welchen die Regierung sie umgeben hat, einfach schrecklich feien. Jede andere Gemeinschaft Hütte diese Bedrückungen längst mit offener Empörung beantwortet. Kmefkssterr der KedaKtimr. M. S., Berlin. Der Inhaber des Spielwarengeschäfts in der Potsdamer-Straße, der eine aufzublasende Gummipuppe als »Der sterbende Cohn" bezeichnet, müßte sich bewußt sein, welche Roheit ein derartiges Spielzeug verkörpert. Er müßte sich sagen, daß das rein menschliche Gefühl es jeder Mutter verbieten wird, ihr Kind an dem Bilde des Hinsterbens eines menschlichen Wesens Freude empfinden zu lassen. G. 2-, Berlin. Wir teilen Ihre Entrüstung über die antisemitische Aeußerung des Wirtes in dem Restaurant Klopstockstraße nahe dem Hausaplatze. Gewiß muß es jedem Wirte überlassen bleiben, die Abgabe des von ihm geholten Bieres zu verweigern, wenn ihm die Menge und der Preis zu gering sind. Aber die wiederholte Begründung, er sei kein Jude, daß er für Pfennige Bier verkaufe, ist eine antisemitische Geschmacklosigkeit. K. R., Breslau. Die »Schlesische Volkszeitung" hat in ihrem Bericht über die »Deutsche Nationalkonferenz zur inter-