Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Breslau
- Date
- 1907-11-01
- Page
- 651 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. m die Türken sich durch solches Tun und Denken vor der ganzen Welt kolossal blamieren und obendrein sich selbst schädigen. Und dabei wollen sie, daß ihr deutsches Vaterland, indem es sich ebenso den Juden gegenüber verhält wie die Türkei den Christen gegenüber, sich in gleicher Weise blamiere? Es war wirklich wieder einmal eine patentwürdige Dummheit, die blinder Judenhaß in dem Organe, das der Reihe nach Ahlwardt, Pückler und Stöcker Dienste zu leisten gewußt hat, ans Licht der Welt brachte." # Schweidnitz, 7. Oktober. Vor einigen Monaten hatte der hiesige Magistrat einen von der Stadtverordnetenversammlung gestellten Antrag auf Erlaß eines Schächtverbotes im hiesigen Schlachthofe angenommen. Auf eine dagegen von dem Vorstände der hiesigen Spnagogengemeinde erhobene Beschwerde beim Regierungspräsidenten in Breslau ist nun der Bescheid eingegangen, daß der Erlaß eines Schächtverbotes unzulässig sei. Dabei wurde auf die Entscheidung des Ministers für Handel und Gewerbe Bezug genommen, die vorher in gleichem Falle für die Stadt Bunzlau getroffen wurde. X Cassel, 19. Oktober. In der Reihe der organisierten Ortsgruppen des Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte bisherC ass el gefehlt,obwohl es dort an Mitgliedern des Vereins nicht mangelte. Das war um so auffallender und bedauerlicher, als ja gerade im ehemaligen Kurhessen die Antisemiten aller Spielarten seit Jahren ihr Unwesen treiben und einen Reichstagswahlkreis nach dem anderen eroberten. Nunmehr haben sich auch die Casseler Vereinsmitglieder zu einer festen Organisation zusammengeschlossen. Auf Einladung eines provisorischen Ausschusses, der aus den Herren Dr. med. Blumenfeld, Hofbuchdrucker Richard Gotthelft, Dr. jur. Katzenstein und Julius Mecca bestand, hatte sich eine große Anzahl Damen und Herren am 13. d. M. zufammengefunden Nach einleitenden Worten des Herrn Dr. Blumenfeld, der kurz Zwecke und Ziele des Central-Vereins zeichnete, nahm Herr Landtagsabgeordneter Dr. Cohn aus Dessau das Wort, um in einstündiger Rede die durch den Antisemitismus geschaffenen Verheerungen auf allen Gebieten des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens zu schildern, die Notwendigkeit und die Tätigkeit des Central-Vereins darzulegen und zur Mitarbeit an dessen Wirken und Schaffen aufzufordern. Die Versammlung, die mit