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Im deutschen Reich · 1907-10-01 · Heft 10 (Oktober 1907) · p. 592

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 10 (Oktober 1907)
Article
P. L., Berlin
Date
1907-10-01
Page
592 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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592 Im deutschen Reich. vornehm-antisemitisch es Organ hinzufügen müssen, daß die Juden die Kosten für ihre religiösen Bedürfnisse selbst bestreiten müssen und auf keine staatlichen Zuschüsse zum Bau einiger für die jüdische Bevölkerung hinreichenden würdigen Gotteshäuser zu rechnen haben. So lange dies der Fall ist, müssen Privatunternehmungen zur Beschaffung von Festgottesdiensten als Notbehelf geduldet und die damit verbundenen Uebelstände ertragen werden. Wenn die jüdische Gemeinde in der Lage wäre, zur Vermeidung dieser Nebelstände durch Erbauung von etwa fünf neuen Synagogen, die doch nur für wenige hohe Feiertage benutzt würden, die Kosten aufzubringen, wäre es der „Täglichen Rundschau" sicher auch nicht recht; dann würde sie über diesen religiösen „Luxus" zweifellos auch antisemitische Glossen machen. K. C., Berlin. Es lohnt wirklich nicht, auf den von der stoffarmen Antifemitenpresse eifrig verbreiteten, offenbar auf die antisemitischen „Bierbank-Politiker" berechneten Artikel des Abg. Fr. Raab „Die Juden in der Kriminalstatistik" nochmals einzugehen. Daß die Folgerungen, die er aus den Ziffern der betreffenden Tabellen zieht, grundfalsch sind, geht aus der Behandlung dieses Gegenstandes durch alle Fachmänner hervor. Tendenziöse Folgerungen werden durch das Wiederkäuen von antisemitischer Seite nicht glaubhafter. Nicht die Religion, sondern die Berufsart beeinflußt die Kriminalitätsziffern, auf die außerdem die Gunst oder Ungunst der Erwerbsverhältnisfe mächtig einwirkt. Vergleicht man die kriminalstatistischen Zahlen für das überwiegend katholische Bayern mit denen des überwiegend protestantischen Königreichs Sachsen, so ergibt sich, daß auf die nach der Zählung vom l. Dezember 1905 sestgestellten 6 521.372 Bewohner Bayerns 1905 insgesamt 66 276 Verurteilungen wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Reichsgesetze entfielen, auf-die 4 508 601 Bewohner des Königreichs Sachsen nur 30 882. Kein vernünftiger Mensch wird deshalb die hohen Kriminalitätsziffern Bayerns der Vorherrschaft der katholischen Kirche zuschreiben. Ebensowenig hat man aber Grund, das Judentum dafür verantwortlich zu machen, daß bei einzelnen, übrigens nur sehr wenigen Delikten verhältnismäßig mehr Juden als Christen verurteilt worden sind. Es stellt auch den Juden ein sehr günstiges Zeugnis aus, daß nach der preußischen Statistik vom

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