Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1907)
- Article
- Dr. W., Berlin
- Date
- 1907-10-01
- Page
- 591 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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.Briefkasten der Redaktion. 591 Br. W., Berlin. Wir ergänzen den in dem vorigen Hefte Ihnen erteilten Bescheid durch einen Hinweis auf nachstehende Notiz der rassenantisemitischen „Deutschen Zeitung" in Wien: „Weder einem Richard Wagner noch einem Grillparzer oder Anzengruber wurden je solche Ehren Zu teil, wie sie dem jüdischen Geiger Joachim erwiesen wurden. Ist das für das deutsche Volk nicht Lies beschämend^ — Derartiges muß man niedriger hängen, damit es den nicht vom Rassenwahn Befangenen klar wird, wie tief beschämend es für das deutsche Volk ist, daß ein Blatt, das sich „deutsch" nennt, solchen Ausbruch verblendeten Haffes einem Toten gegenüber wagen darf. P. S., Berlin. Wir haben die Notiz der „Täglichen Rundschau" vom 7. September über das „Jüdische Neujahrsfest" gelesen. Es heißt darin: „Der Vorstand der jüdischen Gemeinde teilt mir, daß in verschiedenen Synagogen und Mtlokalen die noch verfügbaren Plätze vermietet werden sollen; freilich sind in einer Synagoge nur noch „teuere" Plätze verfügbar. : „Würdiger Gottesdienst" wird von verschiedenen Religionsvereinen angekündigt; man erfährt, wo man die „Eintrittskarten" erhalten kann. Nur gegen Bezahlung ist der Eintritt in die Bethäuser gestattet! Wie hoch die. Preise sind, kann man daraus schließen, daß in der „Kantorenschule" numerierte Plätze Zu 2 Mark Zu haben sind. Ein „guter Dawenplatz" in der Neuen Synagoge wird von einem Herrn Schlesinger sogar mit 10 Mark ausgeboten, während man bei anderen Plätzen die Zusätze findet: „vorzüglicher Männereckplatz" oder „besserer Damenplatz, erste Reihe". Zur besonderen Empfehlung hebt der „Unternehmer" wohl noch hervor, daß „Gottesdienst und Predigt unter Leitung der vorjährigen Kräfte" stattfinden, oder daß „Festgottesdienst und Predigt von nur erstklassigen, tüchtigen Kräften" gehalten werden. Dazu sind „Billets laut Plan von 2 M. an" zu haben." — Man kann der „Täglichen Rundschau" nur dankbar sein, daß sie diese beklagenswerten Zustände zur Sprache bringt; sie hätte nur als