Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 9 (September 1907)
- Article
- C. G., Berlin
- Date
- 1907-09-01
- Page
- 527 (sequence 2)
- Language
- German
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Juden zu lausen; da gibt es doch noch andere reelle i Geschäfte!" — Derartigen Aeußerungen muß man mit Entschiedenheit entgegentreten; sie sind ungehörig und werden künftig vermieden werden, wenn die Juden sich nicht selbst irrtümlich mit der Annahme trösten, ^es war nicht böse gemeint!" H. R., Magdeburg. Wenn Ihr Schwager ungarischer Staatsbürger ist, dürfte er kaum jemals eine Ausweisung Zu befürchten haben, wenn nicht etwa die nachstehende Notiz, die wir in der „Wiener Sonn- und Montags-Zeitung" gefunden haben, aus Irrtum beruht. Das Wiener Blatt berichtete nämlich am 8. Juli d. Js.: „Aus einer Interpellation der Abgeordneten Licht und Konsorten über die Ausweisung eines österreichischen Ingenieurs, (die, so unglaublich dies klingen mag, ausschließlich wegen dessen mosaischer Konsession aus Preußen erfolgt sein soll) erfährt man, daß der Polizeisekretär sich vorher genau informierte, ob der Ingenieur nicht ungarischer Staatsbürger sei. Man habe nämlich vorher die Erfahrung gemacht, daß die ungarische Regierung in ähnlichen Fällen in der schärfsten und erfolgreichsten Weise mit Repressalien gedroht hat. Die österreichische Regierung wird nunmehr dem Fall im allgemeinen und dem erwähnten Detail im besonderen unverzüglich ihre intensivste Aufmerksamkeit Zuwenden müssen, denn sie kann sicherlich keinen Augenblick die Beschuldigung auf sich sitzen lassen', daß die Rechte eines österreichischen Staatsbürgers in Preußen geringeren Schutz finden, als die eines ungarischen." B. L., Breslau. Der Artikel des „Breslauer General- Anzeigers" „Die Gleichberechtigung unserer jüdischen Mitbürger" ist durchaus objektiv gehalten und in keiner Weise geeignet, jüdische Leser zu verletzen. Es ist darin ausdrücklich der Antisemitismus als eine der unerfreulichsten Erscheinungen bezeichnet und betont, daß der Jude heute Vollbürger ist wie jeder andere. Wenn in dem Artikel gesagt ist, „der Jude, der sich als deutscher Staatsbürger fühlt, mag stolz sein auf die alte Geschichte seines Volkes, er mag festhalten an seiner Religion, aber er soll nie vergessen, daß er in Deutschland in erster Reihe Deutscher zu sein hat, und daß es grundfalsch wäre, wollte das Judentum auch nur den Anschein der Absonderung im Deutschtum erwecken," so berührt uns diese Forderung durchaus sympathisch.