Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 9 (September 1907)
- Article
- Dr. W., Berlin
- Date
- 1907-09-01
- Page
- 526 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Im deutschen Reich. 526 keinen Grund, ihn als den Unserigen zu betrachten, wollen es aber nicht unerwähnt lassen, daß er Zu den wenigen Konvertiten zählt, die ihre Abstammung nicht verleugnet haben. Als Joachim in seiner Eigenschaft als Konzertdirektor in Hannover beantragte, den zur Hofkapelle gehörigen Cellisten Grün Zum Kammermusikus zu ernennen, und dieser Antrag mit der Begründung abgelehnt wurde, daß Grün Jude sei, richtete Joachim an den Intendanten Grafen Platen ein Schreiben, aus dem die „Voss. Ztg." Folgendes mitteilt; „Könnte Herr Grün, ungeachtet seiner von allen Vorgesetzten anerkannten trefflichen Leistungen und Pflichttreue im Dienst, . nach mehreren Jahren geduldigen Wartens, aus meine erinnernde Bitte nicht befördert werden, weil er ein Israelit ist, und gingen somit dadurch die von mir in höherem Aufträge gegebenen Versprechungen wcht in Erfüllung, dann bliebe mir, nach meiner Auffassung von Ehre und Pflicht, nichts anderes Zu meiner Rechtfertigung übrig, als eventuell mit Herrn Grün gleichzeitig von meinem Posten ZurLckzutreten. Ohnehin würd ich, beim Beharren in meiner jetzigen Stellung, nach Zurückweisung des Herrn Grün, die rein persönliche Empfindung Zeitlebens nicht überwinden, durch meinen früher hier erfolgten Uebertritt zur Kirche Christi in der königl. hannoverschen Kapelle weltliche Vorteile zu genießen, während meine Stammesgenossen in derselben eine demütigende Stellung einnehmen." Da es abm bei der Bestimmung blieb, „daß Israeliten von einer lebenslänglichen Anstellung im Hofdienst mit Anspruch auf Ruhegehalt ausgeschlossen seien", trat Joachim von seinem Posten freiwillig zurück. C. G., Berlin. Sie teilen uns folgendes Vorkommnis mit: „Ich wollte mir ein Buch anschaffen, dessen letzte Auflage im Jahre 1900 erschienen ist und das jetzt im Handel nur noch selten zu haben ist. Ich wendete mich an die Buchhandlung ron A. Senfs, Friedrichstraße 231, welche mir empfohlen war. Da dort das Buch nicht Zu haben war. fragte ich, ob ich es überhaupt noch bekommen könne und ob vielleicht die Hannemannsche Buchhandlung, Friedrichstraße, nicht besonders für ältere Bücher kompetent sei. Nicht wenig war ich erstaunt, als Herr Senff (nicht etwa ein Angestellter, sondern Herr Senff selbst) mir antwortete: „Na, Sie brauchen dock desm-n^n nicht rrTotrR ,