Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 9 (September 1907)
- Article
- Dresden
- Date
- 1907-09-01
- Page
- 520 (sequence 2)
- Language
- German
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in der Theorie. In der Praxis werden der Mittelstand und die kleinen Leute nach allen Regeln der Kunst-" □ Leipzig, 15. August. Auf eine gegen das Ausländertum an der hiesigen Universität und anderen Hochschulen gerichtete Eingabe des antisemitischen „Deutschsozialen Vereins", die an die Kreishauptmaunschast Leipzig gerichtet wurde, ist eine Antwort eingegangen, die besagt, daß die genannte Regierungsbehörde in Erwägung gezogen habe, ob das Verhalten der ausländischen Studierenden eine Aenderung ihrer Behandlung gebiete, und nachstehenden Bescheid enthält: „Zu diesem Behufe sind in den Orten, die ausländischen Studierenden zum Aufenthalt dienen — Leipzig und Mittweida —, und nicht minder überall da Erörterungen angeftellt worden, wo dergleichen junge Leute nach Zeitungsnachrichten sich während der letzten Reichstagswahlkampagne unliebsam bewerklich gewacht haben sollten. Das Ergebnis der gedachten Erörterungen ist äußerst gering, so gering, daß zur Ergreifung irgend welcher Maßnahmen kein Anlaß oorliegt. Selbstverständlich wird die Frage indessen im Auge behalten werden." > Darwstadt, 16. August. Der frühere Führer der nationalliberalen Partei in Hessen, Wolfskehl, der über 30 Jahre der hiesigen SLadtveiordneLen-Versümmlung angehörte und 22 Jahre Mitglied des hessischen Landtages war, ist im 67. Lebensjahre gestern plötzlich am Herzschlage verstorben. Von 1884 bis 1896 fungierte Wolfskehl als erster Vizepräsident der hessischen 2. Kammer, verzichtete aber 1897 „in Folge Unstimmigkeiten", wie es iw Nachruf der offiziösen hiesigen Presse heißt, richtiger lrt Folge der ihm als Juden schmerzlichen Zunahme der antisemitischen Bewegung, aus sein Landtaasmandat und widmete sich seinem Amte als Vorsitzender des Aussichtsrates der Hessischen Landeshypothekenbank und zahlreichen humanen Bestrebungen. Aus München geht uns folgendes Schreiben zu: „Die im Briefkasten der Nr. 7/8 unter Z. B. veröffentlichte Todesanzeige aus der Passauer „Donauzeitung" hat einen recht harmlosen Hintergrund. In Niederbayern wie im bayrischen Gebirge hat jeder Hof seinen sogenannten Hausnamen, und der Besitzer des Hofes ist in dem Orte unter diesem Namen viel mehr bekannt als unter dem in den amtlichen Registern geführten Schreibnamen. So sind Hausnamen wie Millipeter, zum Messner, zum Gaisreiter zc. gar nichts Auffallendes. Mir ist noch ganz genau eine