Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Das Judentum im Urteile der modernen protestantischen Theologie [Rezension]
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 467 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. 467 Judentums in den Werken dieser Gelehrten erkennen. Es ist ein unvergleichliches Verdienst des Verfassers, mit tiefgründiger Gelehrsamkeit diesen falschen Urteilen entgegenzutreten. Wie er in seiner früheren Arbeit »Das Judentum und das Wesen des Christentums" Harnack aufs glänzende geschlagen l,at, so zeigt er in dieser neuen Schrift, daß die gesamte protestantische Theologie nicht unbefangen urteilt, sie, die Schriften jüdischer Gelehrter jeglichen Wert abspricht, da sie nur Apologetik tneben, nur mit bestimmten Voraussetzungen an diese Fragen herangingen. Zu Gunsten des Christentums werden bei der Beurteilung des Alten Testaments »seine Lehren in ihrem Werte geringer eingeschätzt, als etwas Unvollkommenes dacgestellt, das dort erst zur Vollkommenheit gelangt sei", und andererseits wird »dem Christentum. . . zugute geschrieben, was Gutes, Großes und Bleibendes das Judentum geschaffen hat". Nicht minder deutlich tritt diese Befangenheit bei der Beurteilung der jüdischen Lehre und ihres Gesetzes zur Zeit Jesu heiwor. »Nacht muß es 'ein, wenn der Stern von Bethlehem aufgehen soll". Und der weitere Verlauf der jüdischen Geschichte findet nur selten Erwähnung, meist nur dann, wenn ein Vergleich mit ähnlichen Verhältnissen des Christentums dieses in besseres Licht bringen soll. — Das alles ist mit vornehmer Ruhe vorgetragen, mit heiliger Begeisterung für die Sache der Wahrheit und Gerechtigkeit. fest und entschieden, aber ohne verletzende Schärfe, wie sie rächt oft im Lager des Gegners vernommen werden kann. Wir würden nur wünschen, daß dieses Spiegelbild ein Anlag zu erneuter, gewissenhafter Prüfung des Judentums werde, vor allem aber den allzu zahlreichen jüdischen Forschern und Laien, die nur zu gerne aus jene Wissenschaft schwören, die Augen öffne und ihnen die Möglichkeit gebe, die Größe des Judentums zu erkennen, um sich mit Stolz zu ihm zu bekennen. Gustav Cohn, Berlin. Raschis Leben und Wirken. Zwei Preisschristen von Kreiscabbiner Dr. Beermann in Insterburg und Landrabbiner Dr. Doctor in Cassel. Worms 1906. Als vor 2 Jahren anläßlich des 800. Todestages Raschis überall, vro noch jüdisches Leben pulsiert, des berühmten Bibel- und Talmud erklärers gedacht wurde, hielt es der Vorstand der