Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1907-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1907) · p. 457

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1907)
Article
H. P., Berlin
Date
1907-07-01
Page
457 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316753-2316761--16676-2338683
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Briefkasten der Redalttoa. 457 Wiffenschastsn, eine Auszeichnung, die einem Privatdozenten nur äußerst selten zuteil wird. 1900 erhielt er Titel und Rang eines außerordentlichen Professors und 1902 wurde er, als er einen Ruf nach Gießen ablehnte, zum ordentlichen P-ofessor ernannt. Traube hat auf seinem Gebiet Hervorragendes geleistet; bedeutend war er auch als Paläograph." In diesen Zeilen, die von der Vorurteilsvolten Gesinnung der damaligen Mehrheit der bayerischen Kammer ein deutsches Zeugnis ablegen, wird jeder, der die Ziele des Vereines der Deutschen Studenten kennt, zugleich eine von den .Akademischen Blättern'" sicher nicht beabsichtigte bittere Kritik der von den .Akademischen Blättern" selbst vertretenen antisemitischen Tendenzen erkennen müssen, die es begreiflich machen, daß auch noch im zwanzigsten Jahrhundert ein Gelehrter, der auf seimm Gebiete so Hervorragendes leistete, nur deshalb Jahre hindurch verhindert wurde, sich an der Münchener Universität zur Geltung zu bringen, weil er Jude war und bleiben wollte. Diese Müncheucr Notiz der .Akademischen Blätter" ist ein erneuter Beweis dafür, wie antisemiti'che Akademiker hochverdienten Juden gegenüber ihrer selbst spotten und „nicht wissen wie." O. R., Berlin. Herrn Pastor Pfeiffer, der die General- Vormundschaft über 1500 uneheliche, meist in der Charitä geborenen K nder übernommen bat,' dürfte wegen der s. Z. im .Berliner Lokal-Anzeiger" veröffentlichten, von ihm wohl auch nicht selbst verfaßten Bitte an .die christlichen Frauen", ihm für die Aussicht bei den in Pflege gegebenen Mündeln Hilfskräfte zuzuführen, Heine absichtliche Verletzung der jüdischen Frauen zuzutrauen sein. Wenn es in der betreffenden Bitte heißt: .Es tö dies eine Aufgabe, der sich die christliche Frau nicht entziehen darf, um so mehr die jüdischen Frauen zu ihr drängen", so ist das frr letztere eher eine Schmeichelei, wenn auch aller Wahrscheinlichkeit nach eine übertriebene. Trotz der vorneflichen Eiger schäften der Berliner jüdischen Frauen, die bei Werken der Menschenliebe weder Mitgliederbeiträge noch sonstige Kosten scheuen, werden sie sich in nennenswerter Zoh-, kaum unaufgefordert zu dem Werke gedrängt haben, zu d>m sich d e den Freunden des Herrn Pastor Pfeiffer anscheinend allein grnehmen christlichen Helf rinnen trotz der lebhaftesten Zeitung;- agitation offenbar nicht in genügender Zahl bereit gesunde a

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.