Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Hachenburg (Westerwald)
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 447 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 447 sämtliche Anwesenden schloffen sich dem Verein als Mitglieder an, soweit sie ihm nicht schon angehörten. H;rr Lehrer Salomon aus Altenkirchen leitete die Versammlung mit einer Ansprache ein, die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Das von dem Schriftführer der Gruppe, Herrn Hermann Abraham, so sann verlesene Protokoll über die am 14. April in Altenkirchen abgehaltene Versammlung wurde einstimmig genehmigt. Den Vortrag über Zweck und Ziele des Central-Vereint bielt Herr Dr. jur. Alfred Apfel aus Köln. Der Redner legte in seinem Vortrage den Zweck und das Bestreben des .Central-Vereins'' dar und besprach dann die von dem Verein bisher erzielten Erfolge in so gewinnender Weise, daß ihm lebhafter Beifüll zu teil wurde. Die Herren Lehrer Salomon und Hermann Abraham (Altenkirchen), Hermann Daniel (Dierdorf), Neuhaus (Hachenburg), Tobias (Betzdorf), Dr. Max Lion (Köln), Stamm und Hirsch (Hamm a. d. Sieg) unterstützten den Referenten du-ch wertvolle Ansprachen und Anregungen. Im Anschluß au die Versammlung fand unter Leitung des Herrn Lehrers Salomon, der auch die Nachmittagssitzung mit großem Gesihick g>:leitet hatte, eine Besprechung der Vertrauensmänner iiber weitere Propaganda statt. Es wurde beschlossen, die nächste Versammlung iu Selters oder Montabaur abzuhalten. X München, 5. Juni. Wie bereits im Maiheft dieser Zeitschrift berichtet wurde, ist das hier erscheinende Blatt .Der Grobian"' wegen des darin enthalten gewesenen empörenden Schächtbildes beschlagnahmt worden und dem Herausgeber des .Grobian"' Jos. Ant. Leib wegen Groben Unfugs ein Strafbefehl von 100 Mark (eventuell 10 Tage Haft) zugegcmgen. Da Leib Einspruch erhob, fand unter dem Vorsitz des Oberrmtsrichters Riß eine schöffengerichtliche Verhandlung stat:. In dieser bekundete der frühere Gymnasialprofeffor Heinrich Schnepper als Zeuge, dec Angeklagte gehöre seit 5 Jahren der chri tlich-sozialen Partei an und sei ein überzeugter Antisemit. Der Zeuge behauptete, es sei historisch festgelegt, daß Blutmordi von abergläubischen Juden, die vielleicht einer geheimen Sekte angehörten, verübt worden seien. Da er zum Beweise für diese Behauptung Stellen aas antisemitischen Broschüren verlas, machte ihr der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß diese Flugschris:en kaum zuverlässige Quellen seien, Amtsanwalt Affeffor Zetlmeier bean-