Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Danzig
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 446 (sequence 2)
- Language
- German
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446 Im deutschen Reich. Staatsbürger zweiter Klasse stempelt, obwohl ich von hiesigen führenden Deutschen bei Wahlen in Anspruch genommen wurde und meine Stimme häufig für das Deutschtum ausschlaggebend war. Materiell fühle ich mich nicht geschädigt, da ich die geschäftliche Einbuße vertragen kann, jedoch schmerzt es mich, etwa meiner Konfession wegen zurückgesetzt worden zu sein. Andere königliche Behörden, wie das Königl. Amtsgericht zu Kunitz und die Königl. Wiesenverwaltung zu Czersk, halten nach wie vor ihre Termine in meinem Lokale ab und fühlen sich ganz wohl dabei! Sollte meine Vermutung zutreffen, dann wir!) man mir wohl darin beistimmen, daß durch solche Maßnahmen die nationale Gesinnung in unsere'' Ostmark nicht gefördert wird. Der zuständigen Stelle kann es doch nicht unbekannt sein, daß der jüdische Teil der Bevölkerung hier einen wesentlichen Faktor für das gesamte Deutschtum ausmacht; denn noch immer haben die jüdischen Bewohner der Ostmark ihrer nationalen Pflicht, die ihnen oft genug schwere pekuniäre Opfer in geschäftlicher Hinsicht auferlegte, genügt. Was mir passiert ist, dürfte doch nur zu geeignet sein, die Polen in ihren Bestrebungen nur zielbewußter zu machen." X Graudcnz, 2. Jini. Der Zeitschrift „Der Gesellige" wild aus Briefen berichtet: „Bei der letzten Stadtverordnetenwahl wurden hier nur Deutsche gewählt. Dies günstige Ergebnis konnte nur dadurch erzielt werden, daß sich unsere jüdischen Mitbürger fast ohne Ausnahme auf die Seite der Deutschen stellten. Von dem früheren Stadtverordneten Paul Kotlewski und dem Ackerbürger Nikolaus Pryba wurde, einem Wunsche der polnischen Wähler entsprechend, Klage aufUngültigkeit-erklüiung der Wahl angestrengt; der Bezirksausschuß in Marienwerder hat aber diese Klage jetzt, zurückgewiesen." Hachenburg (Westerwald), 1. Juni. Die zweite Versammlung der kürzlich begründeten Ortsgruppe Westerwald- Sieg, die am Nachmittag des 26. Mai hier abgehalten wurde, war von etwa 300 Personen aus Hachenburg und aus der Umgegend besucht, von denen manche stundenlange Wege zurücklegen mußten, um zum Versammlungsort zu gelangen. Tie Veranstaltung war ein neuer Beweis dafür, daß gerade unsere zersireur wohnenden Glaubensgenossen in dem Central-Verein eine Tue Srütze ihrer oft recht schwierigen Stellung erblicken; denn