Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Bernstadt i. Schl.
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 445 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 445 Jahrzehnte hindurch dem Repräsentantenbezw. dem Lorstandskollegium angehörte, am 16. d. M. der Tod ereilt. Drr Dahingeschiedene, der sich dem Central - Verein bald nach snner Begründung anschloß und ihn seitdem als Bertrauensmonn eifrig förderte, hat sich in unseren Kreisen ein ehrendes Gedächtnis gesichert. . A Posen, 15. Juni. Die „Posener Ztg." verweist darauf, daß in der polnischen Presse der Antisemitismus immer mehr zum Ausdruck kommt. Die in nicht unerheblicher Auflage erscheinende Zeitschrift „Postyp" zieht täglich in scharfer Weise gegen die Juden zu Felde, und am Kopfe der satirischen Wochen^ schrift „Pokraka" steht, die Devise: „Gegen Juden und Hakatismus". Wegen dieser Devise hat das Gericht gegen den Redakteur der,Pokraka", Wladislaus Rakowski, zahlreiche^Geld- und Freiheitsstrafen verhängt, die er zurzeit im hiesigen Gerichtsgefängnis absitzen muß. Außer in diesen schon früher als judenfeindlich bekannten beiden Blättern findet man aber jetzt auch in den übrigen polnischen Blattern Ausfälle gegen die Juden. So empfahl dieser Tage der „Goniec" den Polen, es zu beachten, daß neuerdings einige Juden in Anzeigen polnischer Blätter unter mißbräuchlicher Ausnutzung rer Devise „Kauft nur bei Polen" sich den Anschein gegeben hatten, als seien sie Polen, indem sie ihre Vor- und Zunamen in polnischer Schreibart Unterzeichneten. Man solle die sauer erworbenen polnischen Groschen nicht zur Unterstützung der Juden verwenden, sondern stets der Losung eingedenk sein: „Kauft bei keinem Fremden". < Danzig, 3. Juni. Die ,Danziger Zeitung* veröffentlicht ein ihr von einem Geschäftsinhaber aus dem Könitz er Kreise zugegangenes Schreiben, in dem gesagt wird: »In m:iner Gast- Wirtschaft finden seit Jahren die Ersatz- und Oberrrsatzgeschäfte für den hiesigen Aushebungsbezirk statt. Das Oberer satzgeschäft für dieses Jahr im Juni soll in einem anderen Lokal stattfinden, das Eigentum eines Polen ist und von diesem iin April an einen deutschkatholischen Herrn weiterverpachtet wurde. Ich kann mir diesen Vorgang nur so erklären, daß ich für den Herrn Landrat, auf dessen Initiative die Lokalveränderung zr rückgeführt werden muß, als Jude wohl noch nicht die ganz echte, patentierte, deutsche Gesinnung besitzen muß, so daß er den srgenarnten Pächter für noch gesinnungstüchtiger hält und mich so zum